seinem Eintreffen schlechterdings nicht stattfinden könne, da er derScharfrichter sei und suchte dies seinem darnach sofort wieder aus-zusteigen verlangenden Begleiter dadurch noch wahrscheinlicher zumachen, daß er beim Heraussehen aus dem Wagen durch Ge-sichterschneiden das auf der Landstraße dahin strömende Publikumveranlaßte, mit Fingern auf ihn zu zeigen. Ein origineller Ge-danke war es auch, bei der Rückkehr von einer seiner Reisen nachWarschau, wohin er im Gefolge des Aönigs Friedrich August desGerechten mehrere Wale zu reisen hatte, ein lebendes Exemplarseiner Namensvettern aus dem Thierreich unter dem Reisewagenangebunden mit nach Dresden zu bringen.
Am y. November (730 vermählte er sich, 22 Jahre alt, zuOber-Reinsberg, im Hause seines Schwagers, mit der durchLiebenswürdigkeit und Schönheit ausgezeichneten Tochter einerTousine desselben, und zwar mit Sophie Dorothee Schildbach, welche,am 2-s. April (765 geboren, damals erst fünfzehn Jahre alt war.Ihre Wutter, Wilhelmine Ferdinande, die Tochter Ulrich Fried-richs Freiherrn von Löwendal^ und der Wilhelmine FerdinandeElisabeth geb. von Treutz''^, hatte sie, kaum ein Jahr alt, am(2. Februar (766 verloren; ihren Vater, den würdigen Pfarrer
^ Ulrich Friedrich (geb. ff war der ältere Bruder des Z75Z
zu Paris gestorbenen französischen Marschalls Reichsgrafen Ulrich FriedrichWaldemar von Löwendal. Beide waren Söhne des Sächsischen Vberhof-marschalls und Cabinetsministers Freiherrn Waldemar von Löwendal (geb. z sso,ff;7-zo) aus dessen erster Ehe mit Dorothea von Brockdorff und durch ihrenVater Urenkel des Königs Friedrich'? UI. von Dänemark (ff;67v).
^ Wilhclmine Ferdinande Elisabeth (ff Z727) war die älteste Stiefschwestervon Friedrich Adolf von Creutz (S. 27o) und von Sophie Amalie von Schön-berg (ebenda), der Mutter von Wolf's Schwager Ferdinand Ludwig Christianvon Schönberg. Letzterer war daher der Vetter von Sophie Dorothee Schildbach.
Zur Geschichte der Löwendal und des Schicksals von Wilhelmine Ferdi-nande Elisabeth, ihrer Tochter und Enkelin vergl. Friedrich Bülau, GeheimeGeschichten und räthselhafte Menschen, Leipzig (8SZ, Bd. III. S. (89—undein Manuscript von C. von Einsiedel (im Thalstcincr Archiv): „Eine Sächsischepfarrersfra» mit vornehmem Namen."