Druckschrift 
4 (1719) Von dem alten und neuen Europa
Entstehung
Seite
505
Einzelbild herunterladen
 

Von dem Ronigrekcbe psrtvgall. 505

Dieser Platzist zugleich derjenige -Ort!)/ woselbst sich das R^iment^'ddas wegen eines absonderlich vergönnten pnviie^ü vas eintzige/ dem das Recht/um sich m der Stadt auszuhalten/ vergönnet pflegt auffzuhaltcn.

Zur Seiten der Königlichen Gewöhnungen/ und zwar der Läng« nachdes offtbemeldten Flusses ist eine SckissMatte/ auss welcher man dieSchiffe bauet: und nicht weit darvon ein Pallast/nebst einem andern etwaskleinern Platz und Capellen/ so cl Loi-po-Samv oder der Heil. Leichnam genen-net wird.

Der Pallast Lorpo-^mo bestehet in vier unterschiedlichen Abcheilungen/welche vermittelst vier runder Thürne/ die zu alleroberst gleich als Glocken-Thurne/das in Portugal! gantz ungemein ist/bedeckt und zugespitzt/ aneinandergefüget sind : Die vornehmsten Königlichen Bluts - Verwandten bewohnendenseibigen.

Auff dem Platz <7orpo-52mo kommen des Abends die FrantzösischenKauff- Leuthe zusammen/und berathschlagen sich das daselbst wegen ihrer Hand«lungs Geschafften.

§. 5-

Von dem Richter-Stuhl der in^uilmon.

«^,Ieser ist anders nichts als ein geistlicher Gerichts-Zwang/der zwar ansang-lich nicht böß gemeynt gewesen/hemachmahls aber ist eine Werck-Statt -Lxxvlder Ungerechtigkeit und unmenschlichen Grausamkeit verwandelt worden;

Er hat eine völlige Gewaltüber vier Laster/(zuwissen die Ketzerey/ die pol^Za.mi2m, das ist über diejenigen/soviel Weiber auff einmahl haben Zauberey undSodomiterey) das Recht und lZrthest zu sprechen/ und ist ungefehr umb dasJahr Christi 147 s. als kercUnanäu-- der König von Castil-en die Mohren oderSaracenen unter seinen Gehorsam gebracht und sie gezwungen aus dem,chreich Spanien zu weichen/oder den Christlichen Glauben anzunehmen undsich tauffen zu lassen/ eingesetzt und ausgerichtet worden/ damit er auff solcheArt diejenigen abstraffen möchte/welche unter den falschen Schein einer Bekeh-rung darinnen verbleiben würden/ und gleichwie unter diesem Vorwand sich ih«rcr sehr viel in Portugal! eine zeitlang geheim gehalten/ als ist auch dierion darinnen weit schärffer als in Spanien befunden worden / weßwegen wirdann beschlossen/allhier allererst etwas darvon Meldung zu thun.

Es ist solche inqmlinm, anfänglich denen geistlichen Dominicanern/ welche dieFrantzosen Iacobmenmennen/völlig anvertrauet worden / allein eshaben sobal-dm darauffdie Domherren/ Bischösse und Ertzbischösse ihre ^mbomätals Nich»Vicrdter iLhess. (Sss) ter