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4 (1719) Von dem alten und neuen Europa
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494
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Des sechsten Buches XXI.

5^/« einerguten Anzahl Berge/die alle verwüstet und cinöd liegen/angefüllet. Dieallerftuchtbarsten Gegenden sind nahe an dem Meer / und der Lange nach an denen' Flüssen- An Getmyd hat das Königreich einen sehr grossen Mangel / hinge«g-nan Aepffeln Birnen/ und andern Europaischen Baumfrüchten/ die darinnen'^gantz wohlgeschmackt fallen / und insgemein an Wein / dem kein anderer zuver«^^/gwchen/unv Baumöhle/einen gewaltig grossen Überfluß. So wird über dieses. alles auch die Span.Wolie sehr hoch gehalten/und sieht man allenthalben eine un-5-öxii. glaubliche Meng? Heerden Viehes / die mit einer um so viel desto grössern Freyheitindemn Feldern ihre Nahrung suchen / als der meiste Theil derselben nicht ge-bauet wird; man halt zugleich viel auf die Pferde die aus dem Königreich Anda-lusien kommen undgeführet werden.

Knne emtzige Nation ist auff dem gantzen Erdboden/ die den Hoffarth meh-rer lieben/undauffgeblasenerals eben die Spanische seyn solle. Die erhaltenenSieg? mw in vorigen 5eculo eroberten Länder und Städte nebst der Entdeckungdes Orientalischen Indiens/Haben verursacht/ daß sie gantzpralerisch undruhm-räthig worden-

Die Spanier / als welche einer mittelmässigen Leibs - Statur / schwartzbraun n Angesichts / massig / sehr fromm und auffrichttg / und sich wenig um dieKünste bc kümmermsind dermaßen unar beitsam/ baß sie auch vielmehr eine häußli-che Armuth und Trägheit einem guten Glücks Zustand/ der sie etwa einige Mühtund Arbeit kosten dürffle/vorziehcn sollen. Die Meisten ans denjenigen so sichnach Indien begeben/werden allein/oder aus Ehrgeitz / unrein und andere Char-ge zu betreten/ oder um einen sichern -Otth ihrer verübten Mißhandlungen halbendaselbst zu suchen/barzu getrieben- Sie erzeigen sich gegen dem Frauenzimmerüber d e Massen höfflich/und gleichwie sie ihrenLiebskosungen täglich nachstreben/und sich eusserstens bemühen bey diesem holdsceligen Geschlecht anzukommen / alshalten sie auch um so viel destomchr solche ihre erhaltene Siege in geheim / und ent-deckn ihr wohlgrwogenes Glück nicht im geringsten. Sie fragen nichts nachdem Studieren und wann man die lsieolvAi herausserzieht/ so ist keine Wissen-schdfft in derer sie etwas sonderbahres / obwohln sich bey ihnen unter-

schiedliche berühmte vwvechräten befinden- Die Schistfahrt auff bie sie sich mitgutem Vortheil legen ist das eintzige Stück ihrer rühmlichen Verrichtungen/undMißl-nat ihnen dieselbe gleichwol dißweilcn in denen See-Treffen.

Die überaus grossen Coiomen odev pssany-Vöi<cker / so die Spanierin Indien geschickt/ haben das gantze Land fast in eine lauter Einöde verwandelt;slmcmahsii sie vor das Gol'o/das sie daraus ziehen / ihre besten Völcker darinnenverzehrn und auffzumben pflegen.

Dwe dlaewi- war vor Zeiten weit kriegerisch-und streitbahrer / als sie sichheuriges Tags ermgel/chrc WlWuerW oder Fußvolck wird noch ziemlich .-rstimiret/die Reutcrcy aber wenig geachtet/ obsie schon sehr vortheilhafftig zu Pferd zu si.tzen weiß und beritten ist. Die