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4 (1719) Von dem alten und neuen Europa
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Von der Moldau.

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Das Dreyzchmde Capitel.

Von dem Fürstenthum Moldau.

A. 1.

Von dem Zustand und denen Hospodaren oderFürsten der Moldau.

)Je Moldau war vorzeiten ein Stück von dem alten Oaciz,hernach von c>s«dem grossen Königreiche Ungarn/und machte mit der Wallachey eine /-»'/Provintz. Nachdem aberv^ zerrissen worden/ so wird esb./>e<7l'it^ oder Liz-/Vl^>ina, oder die gross« wallachey ge» ////?.

nennet. Nach der Zeit hat dieses Land/ welches heutiges Tages ein ansehnlichesEuropäisches Fürstenthum ist/ den Nahmen Moldau entweder von einem Flus« ^,/^/st/ oder dem Flecken Moldau bekommen/unter welchem Nahmenes in vielerMunde ist/ wiewohl noch viele es auch die wallachey zu nennen pflegen. DiePohlen benahmen insgemein diejenigen Einwohner/ welche an ihren Gräntzenbey dem Dniester wohnen/ und von dem Flusse Pruth von andern geschieden wer»den/die Wallach««/und das Land gegen die Donau heissen sie die Moldau/welches aber unrecht ist/ indem itzigerZeit die wallachey/ und die Moldau o^.z s><,'.zwey unterschiedene Fürstenthümer in Europa sind- Die Moldau gräntzet ge- ^gen Morgen an Bcssarabien und die Donau/ welche sie von der Türckischen Pro-v ntz Bulgarien absondert/gegen Abend an Siebenbürgen/ gegen Mittag an dieWallachey und Donau/ welche sie von Bulgarien scheidet/ und gegen Mitter-nacht an den Fluß N-ester/die sie von Pohlen/und zwar eigmdlich von Podolientrennet. Sonst gehöret? auch Bcssarabia zu der Moldau/ welches aber die Tür-cken undTartarn davon abgerissen haben- Die eigendliche Moldau hat 60.

Meilen in die Länge von Osten gegen Westen und 7 minder Breite von Mittaggegen Mitternacht. Wenn einige Scribenten setzen/daß sich die Moldau bißandas schwache Meer erstrecke/ so verstehen sie Bessarabien mit darunter/ welchesaber zu unsern Zeiten nicht mehr zu der eigentlich sogenannten Moldau gehöret/sondern theils von denen Türckcn/ theils von denen Budziackischen Tartarn/welche grausame Räuber sind/ bewohnet wird-

Die alten Einwohner diesesLandes waren die vzcl, welche hernach von de-nen Römern besieget worden- Man findet noch hin und wieder Ruinen von Rö-mischen /mricimr-rttn/ welche aber mit der Zeit auch unsichtbar werden. Jetzi-ger Zeit wohnen Neusten/ Tartarn/ Wallachen/ Ratzen/Griechen/Bulgaren/Merdeer Theil- (Ff) Sieben-