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2 (1719) Worinne das alte und neue Asia
Entstehung
Seite
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Vdn döitm Insulit um Ost-Indien.

stehet, darinnen Menschen und Vieh sich unter einem Dache auffhalten. DieSteine sind daselbst gantz gemein, es wissen aber die Einwohner die Kunstnicht, wie man dieselbige gebrauchen und anwenden soll. Sie hat dreykwhucen, welche aber nur von Palm - Bäumen Holtze gemachet sind. DiePortugiesen haben vor diesem mit einem Könige von dieser Jnsul gehandelt,ihnen alles Gewerbe zu überlassen, und haben eine Vestung mit fünff Pasteyendaselbst bauen lassen. Heutiges Tages haben die Holländer dieselben vonbannen vertrieben, und alle Handlung an sich gezogen, und den König vonMacassar überredet, daß er seine Stadt bevestigen, und Hauser allda bauenlassen, welche sie ihm angegeben, und die Arbeit verdinget haben.

Der König von Macassar ist ein Mahometaner, wie auch der grössesteTheil seiner Unterthanen, und halten so vest über den daß sie ihnen

ein Gewissen machen, von dem Wein, oder Safft,der von Palm-Bäumengemachet wird, und so fürtrefflich ist, daß er unserm Trauben-Weine im ge-ringsten nichts nachgiebet, zu trincken. Der Götzendiener sind daselbst wenig,und dennoch haben sich die p. ssetmren vergeblich bemühet die ChristlicheReligion daselbst einzuführen. Die Holländer, welche dieser Orten sehr mäch-tig sind, und unterschiedliche Religionen aus ihrem Lande dahin bringen, be-kennen sich allda schier zu keiner; sondern leben in grosser Freyheit. DieseJnsuln werden meistemheils von besondern Königen beherrschet, worunter derKönig von Macassar der mächtigste ist.

Weil wir aber keinen Abriß der Stadt Macassar haben bekommen ^""57können, so wolleil wir die Abbildung zweyer Bäume, welche in diesen Jnsuln,und in dem vesten Lande von Indien gantz gemein sind, anhero setzen.

Der Locoz-Baum wächset sehr hoch,und treibet an seinem Gipffel sehrviel Blätter, gleich wie die Palmen» Baume heraus. Seine Frucht ist miteiner grünen Rinde überzogen, welche in ihrer Zeitigung gleichsam zu einerGespünß wird. Inwendig ist sie hart, und hat ein weüses Fleisch, in derMitten aber ist sie voll frisches und gesunden Wassers. Von denen Locos-Nüssen wird auch ein gewisses Oel 'gemachet, und das Holtz der Bäume zuErbauung der Häuser angewendet.

Der I ndianische Feigen-Baum, N-m-r. hat sehr lange Blätter, aus 7^^denen eine Blume einer Faust dicke wachset, welche einen Klumpen Trau-den von ohngefehr hundert Feigen träget. Man schneidet den Trauben ab, ehe /»-die Feigen zeitig werden, und nach dem man dieselbige auf dem Estreich gc-dorret, so isset man sie alsdenn. Sie sind theils so groß, daß zween Männer Reffen,kaum einen tragen können. Diese Feigen haben einen Geschmack wie dieBohnen.

Anderer Theil. U 5.4.