Von dem Aä^jerthum 'Japom'en. 105
grosse Säbel. Ihre Hosen sind so lang, daß sie bis aufdie Erden herunter han-gen, und bißweilen gar darauf treten. Es ist aber nichts kostbarers, als dieKleidung der vornehmen Weiber. Ihre vornehmste Speise ist Reiß. Siebacken auch Brod nach unserer Weise, und machen Suppen davon nach ihrerArt. Sie trincken warmes Wasser, und halten die schwachen Zahne für dieschönsten. Wenn sie einander grüssen, entblössen sie an statt des Hauptes dieFusse, weil sie allezeit ynt entblölsetem Haupte zu gehen gewohnet sind, daher sievon einigen schertzwcise unsere morslex genennet werden.
z. In diesen Jnsuln gibt es viele Metall-Gruben, daraus das Kayser-thum sehr reich wird. Vsit dem Reichthum des Landes lasset es sich leicht ur-theilen, wenn man die kostbare Taffel desKaysers und seiner Loncubwen be-trachtet, auf welche jährlich mehr als vier Millionen Pfund (jedes Pfund zu8. Groschen gerechnet) gewendet werden muß.
4. Sie sind sehr zum Kriege geneigct, in welchem sie, nebst einer Büchse,Säbel, Bogen und Pfeile, auch einen mit Gold und Silber beschlagenenWurfs- Spieß führen. Sie wissen die k>-guen, die viel leichter und langer alsdieunsrige find, sehr geschicklich zu schwingen.
Die Religion der Iaponeser könte in drey Haupt-Sectenabgetheiletwerden. Die erste, welches der ilonz-ex ihre ist, wirdXcuxuzgenennet. Dieseglauben kein anderes Leben, als dieses, wie auch weder Straffe des Bösen,noch Belohnung des Guten. Die andere, welche des ü micls seine ist, behauptetdiell nsterblichkeit der Seelen, und halt dafür, daß dieselbe in den Leib einesunvernünffrigen Thieres,oder in einen Baum fahre. Diese Secte bethet dasGc-tzen-Bild ^iniüzan. Die dritte Secte wird po^ueuxgenennet. DieAnhangerdcrselbigen bethen den Götzen x.icz an, und glauben, daß sie, wenn sie zum öff-tern gewisse Worte wiederbohlen, da durch selig werden-
6. Die Iaponeser sollen ursprünglich aus China kommen, wie sie dennnoch ihre Buchstaben und Lb-u-sAeren haben, sichre Sprache ist recht prahlend,und scheinet mit denen Gemüthern gleich zu kommen. Sie haben keine solchesiiesserde Dinre wie die Europaer, sondern pflegen sich statt deren einer dickenschwachen oder rothen Kwene, die kostbar ist, zugebrauchen. An statt der Federhaben sie einen ehernen oder silbernen Pinsel- I hr Papier ist feiner und glatter alsunser Papier,aber nicht so weiß. Auf einer Seiten ist das Papier blau, auch offtmit silbernerGlaß-Rmite überzogen, daher sie nur eine Seite beschreiben. Sieschreiben auch wie dicEuropaer von der tincken zu der rechrenHayd,abcr auch vonder rechten zur lincken. wie die Ebraer. Die dritte Art ist, daß sie die Zeilen wiederanfangen, wo sie auffboren, nemlich, daß sie erstlich von der lincken zur rechten,und von dieser wieder zu jener schreiben. Sie sangen auch, wie die mehresten In-dianer und Chinesen, die <7olumuen an von oben herunter zuschreiben, und sangenaufder rechten Hand an, daß sie also eine vierfache Schreib-Art lieben.
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