Von der grossen Tarrarey. 5 5
genommen, in dem die meisten Käyser und Könige des Erd-Bodens auf Hai-t>m Leib abgebildet zu finden find. Gedachter Groß»c^^ har dem Ge--schlechte i'ai-din oder Qm, welches nun Lllwam beherrschet, und von Tar»tarischem Geblürhe ist, den Anfang gegeben.
§. IO.
Von dem Groß-Lama oder Hohenpriester derTartarn in Barantoia.
l.
AAEil doch ofst von dem Groß--llsm^ oder HohemPriester der Tartarn
gereder wird, so hat man vor nöthig erachtet selbigen nicht nur im >O.
Abriß vorzustellen, sondern auch einige Nachricht von ihm zu geben. Er istaber oberster Priester der Religion in dem Königreiche Lar-mrola. /5-nbe'-.
i. Dieses Königreich wird gedachter Massen von zweyen Königen beHerr-- //.schet. Der erste, den man v«-vz nennet, ist mir dem Staat beschafftiget, und c.4.besorget alle Sachen , so in dem Königreiche vorgehen und verhandelt wer-- 96 <595.den, damit Gericht und Gerechtigkeit gchandhabet werde. Der andere aberlebet gantz ruhig, und von aller Wclt--Sorge besreyet, und wird nicht alleinvon denen Inwohnern des Ortes, sondern auch von andern Königen der ^.19.Tartarey, die ihme der Religion halber untcrworffen find, als eine Gottheitangeberbct, daß fie ibme zu Ehren , als dem lebendigen und wahren GOtt,den sie c.Otg<Zidl. das ist, den ewigen und himmlischen Vater nen--nen, gerne und willig Wallfahrten auf sich nehmen.
z. Er halt sich in einem dunckelen und heimlichen Orte in seinem Pal--last,welcher gantz mir Gold, Silber und Edelgesteinen bedecket, und von vie-len Lampen erleuchtet wird, auf, und fitzet an einem erhabenen Orte auf eb-nem mir Pflaumen--Federn ausgefülleten KlOn, und pfleget die Füsse aufköstliche ausgebreitete Tapezcreyen zu steuren. Die Auslander fallen vor ihmmit dem Angefichte auf die Erden, zum Zeichen des liessen kelficÄs und derEhren--Furcht, nieder, ohne welches keinem zugelassen wird seine Füsse zu küs-sen. Sie nennen diesen falschen Gott den grossen u-m», das ist, einen Ho--hemPriester, und noch über dieses Lama über alle l-zm-, welches so viel be-deutet, als einen Priester aller Priester, weil fie sich einbilden, daß alle kell-guien von ihm ihren Ursprung haben.
4. Damit aber seine Ewigkeit mit seinem Leben nicht auffhoren woge,so wenden die l-zm-z oder gemeine Opffer--Pfasfen, so unauffhorlich um undbey ihm fitzen, ihm zu dienen, seine vermeinte göttliche Ausiprüche von dem--selbigen zu empfangen, und denen auslandischen einfältigen Volceern vorzu-<kragen, grossen Fleiß an, daß sie nach seinem Tode in dem gantzen Konig». ^
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