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2 (1719) Worinne das alte und neue Asia
Entstehung
Seite
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Von der grossen Tarenrey. »f

An dem eigendlichen Siberien leben auch die v-r-hinst. eine Art xäxmuiciccii. welche unter dem Luttu eizzn stehen, und auch dem Czaar von Ruß»land Tribut zahlen. Sie wohnen von der Stadt lora biß an die StadtIom!k.oi um den Fluß 0bx herum in schlechten Hütten. Ihre drey Ober«sten sind, Xzsagz^.öAkiscb und öaicluck. Der erste muß den Tribut nachder Stadt lors, der andere nach dem RussischenSchlosse'l'eiuvva.dcr drittenach dem Schlosse Xuicmba liefern. Sie haben feinen Ackerbau, und fönstmit denen 0Ui-,Xen fast gleiche Lebens-Art.

ix. Die 05 ^i^ xi sind ein mächtiges und abgöttisches Volck in demeigendlichen Siberien, zwischen denen Flüssen 0b^ und ttciz, welche in Hüt-ten von Rohr, Bast und Hirsch «Gedärmen erbauet, leben, und den Götze»5ierzn oder5zirsn mit wunderlichen Gebärden anbethen. Sie erkennen, daßein GOtt im Himmel seyn müsse, welcher alles regiere, und dennoch find fiedem abscheulichen Götzendienst ergeben. In jeder Hütte der Horden, oderVersammlungen, pflegen fie ein Götzen-Bild zu haben, dem die reichen Ostia-cken seidene Kleider, wie Weiber-Röcke gemacht, anziehen. An der Seitedes Abgottes hanget ein Zopfs von Menschen-und Pferde-Haaren, und darnebenein höltzern Becken mit einem Milch-Brey, womit fie ihren Götzen taglich zuspeisen pflegen. Sie stecken dem höltzernen Götzen-Bilde die Speisen zwar inden Mund, welche aber der leblose Götze nicht gemessen kan, daher ihm der weißeMilch-Brey zu beyden Seiten über den gantzen Leib Herlausset. Dem ohngeach-tet pflegen fie diesen Götzen mit einem Gezische, wie man die Hunde locket, zu ver-ehren , und die Augen dabey ohne Beugung der Knie und Rücken auf und niederzu schlagen. Diese Leute haben heßliche breite Angefichtev, und Nasen, insge-mein rothe Haare, und find mittelmaßiger 5rzcur. und nicht starck auf de-nen Beinen. Die Bogen und Pfeile pflegen fie mehr zum Jagen als zumKriege zu gebrauchen. Ihre Kleidung wird mehrentheils von Fisch-Fellen,nemlich Stöhr und Weltz-Hautengcmachet,weil fie weder wollen »noch lei-nen Zeug am Leibe haben. Schuhe und Strümpffe aus Fisch-Häuten hängenaneinander. Der Rock ist weit und kurtz mit einer Kappe, welche fie zur Zeitdes Regen -Wetters über den Kopfs hangen. Ihre Nahrung haben fie vonder Fischerey in dem Fluß 0l,li, und von dem Zobel-und Biber-Fang, davonsie aber nicht viel prostcuen , weil fie mehrentheils die Faulheit lieben. DieMannerziehen Rottenweise auf die Bären-Jagd, und führen nur ein spitzi-ges Eisen sechs und einen halben Fuß lang, welches auf einen Stiehl gestecketwird. Diese Tartarn haben weder Accker noch Garten, sondern find mit ih-ren Speisen von denen Fischen zu frieden, doch lassen fie eine grosse BegierdenachBrodte mercken. Ihre Haupt-Leute oder Myrsen stehen unter demXnezlcg oderXur-zXlußZnscic, welcher Fürst über hundertHorden oder Rot-ten zu gebiethen hat, und den Tribut einfordert, welchen sie dem RussischenAnderer Theil» B Way-