Druckschrift 
10 (1852)
Entstehung
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Vorwort zum zehnten Bande.

as schöne Bild, das auf dein Titelblatt uns fesselt, kann ein gutes deutsches Herz mitWehmut und mit Stolz zugleich erfüllen. Ein säulengetragenes stilles Haus birgt die sterblicheHülle einer Königin, für die nicht nur im Mecklenbnrgerland, wo sie geboren, im Hessenland, wosie erzogen ward, in Preußen, für das sie eine Mutter bangte, hoffte, handelte und litt, nein, inganz Deutschland die Herzen in Liebe, in Verehrung und mit Begeistrnng schlagen. In dem gold-nen Jahr der deutschen Erhebung wählte ein Meister der Leier und des Schwertes ihren reinenNamen zum Losungswort für die Freiheitskämpfer und rief ihren verklärten Geist zum Schutzgeistder gerechten Sache an. Und dieser hat die Glut der Vaterlandsliebe entzünden und zum Siegeführen helfen. Nun blühen Rosen der Liebe vor ihrem Grab, eine Tranerweide deutet auf dieWunde, die ihr frühes Scheiden den, Königshanse und den, Volke schlug, die dunklen starren Fich-ten auf die Schatten und die Strenge ihres Schicksals und die in naher Ferne freundlich sich be-wegenden lichten Buchen- oder Erlenzweige auf das frische Leben, das bald nach ihrem Tod inDeutschland sich erschloß, für das sie nimmer aufgehört zu sein, für das sie ein hohes Vorbild im-mer bleiben soll. Denn, wie das Chriftuszeichen zwischen den, ^ und 0 unter dem Giebel desdorischen Tenipels kündet, vom ersten bis zum letzten Athemzuge war sie christlich fromm, stetsnur der reinsten Minne und strengsten Tugend zugewendet. Darum schlummert sie auch nurund so hat Rauch sie trefflich dargestellt und wird wie Barbarossa im Kyffhäuser zum Heil desVolkes erwachen zu ihrer Zeit. Das Titelbild gibt dem ganzen Bande seine Weihe.

Wir schlagen um, und vor uns prangt das Siegesdcnkmal, das in dauerndem Erz die Bil-der der preußischen Helden vor uns stellt, die den heiligen Kampf zum erwünschten Ziele geführt.Sodann erheben sich die prachtvollen Bauten der königlichen Residenz, zunächst die Pflegstälten derKünste des Friedens, Banschule und Bibliothek, dann das Brandenburger Thor, das sammt Sei-teng ebänden wiederum den engen Zusammenhang unserer Kunst mit der althellenischen beurkundetund durch seine Victoria, die aus der Quadriga über den, Architrav fährt, tausend Erinnerungenan die alte Roma und den nengallischen Welteroberer, an Jahn's neugermanische Zucht und anden Sieg auf den, Montmartre weckt. Die vielen Sehenswürdigkeiten Berlins: Kirchen, Kranken-haus, Museum, Universttätsgebäude, Zeughaus, Bildsäulen, Bahnhof, Brücken, freie Plätze,