Druckschrift 
Die Burg Rheineck, ihre Grafen und Burggrafen : ein Beitrag zur Special-Geschichte der Rheinlande
Entstehung
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

35

Erzbischof am 1. Marz 1220 seine Bewilligung zu der geschehenenBewitthumung von Seiten Philipp's zu Gunsten seiner Ge-mahlin, Magdalena, Gräfin von Salm, erthcilt hatte, fin-den wir schon 1222 einen Vertrag zwischen der nachgelassenenWittwe Philipp's und ihrem Schwager Christoph, worinElftere die ihr eingeräumten Rechte auf Bruch gegen ein Hausin Trier, Geld- und Weinrcntcn vertauscht. Da ErzbischofRichard im Jahre 1214 den Burggrafen Philipp mit dem Erb-rechte der Töchter beim Mangel an Söhnen begnadigt hatte'),sollte man vermuthcn, daß deren etwa aus einer ersten Ehe Phi-lipp's vorhanden gewesen, wenn nicht in jener Urkunde ausdrück-lich bemerkt stände: „wo er Töchter gewönne und nach ihm ver-lassen würde." In derselben Urkunde heißt es weiter, daß, wennPhilipp aber keine Söhne oder Töchter hinterließe, dann seineSchwester Margaretha seine Lehngüter ihr Leben lang besitzensolle. Margaretha muß aber vor 1218 verstorben sein; dennim Jahre 1218 verspricht Erzbischof Richard dem BurggrafenChristoph von Rheineck, Domküstcr in Trier, den lebens-länglichen Genuß aller Lehen seines Bruders Philipp, falls der-selbe kinderlos verstürbe").

Der zweite Sohn Peter's gleichen Namens war Domherrin Tri er; er ward nach seinem Tode in der Kirche zu Urmitz bei-gesetzt.

Der dritte Sohn Peter's war Christoph'); derselbe wardden 4. April 1202 Domherr, Domcustos, in welcher Eigenschaft er

') V. Ilontlieim, II. p. 602.

') Philipp's Belehnung mit Tomberg von Seiten des Erzbischof»Hermann vom Jahre ISI5 findet sich bei Kiiutüer, V. >>. 187.Ein ähnlicher Lehnbrief ward I5Z4 für den Burggrasen Jacob II.ausgefertigt.

') Daß Christoph der Sohn Peter's, und nicht, wie Günther annimmt, der Sohn Jacob's gewesen, ergibt sich schön aus einer Ur-kunde vom Jahre 1ZI4, in welchem Philipp und Christoph ge-loben, dem Kloster St. Jrmin in Trier jährlich so lauge ? Malter Frucht zu entrichten, als ihnen die Herrschaft Lupsch, eine