Druckschrift 
Diplomatische Geschichte der alten Grafen von Ravensberg : mit einer Geschlechtstafel, Landkarte und Sammlung von CXXXIX Urkunden
Entstehung
Seite
2
Einzelbild herunterladen
 

Geschichte der Grasen

dem hohen Adel sey. Unter solchen erloschenen hohen Geschlechternbefinden sich die schon im Zare 1346 ausgestorbene Grafen von Ra-vensberg , über deren Ursprung und Fortpflanzung die Meinungender Geschlechtsforscher bisher sehr geteilt gewesen«

Da bekanntlich die GeschlechtSnamen der Grossen sowohl als derGeringern, durch welche wir sie von einander wohl zu unterscheiden inStand gesezet werden, erst im eilften Jahrhundert entstanden, oderwenigstens in öffentlichen Gebrauch gekommen sind, so muß eine wei-ter hinaufsteigende GeschlechtSreihe, ausser den machtigern Regenten-häusern, welche die Geschichtskunde sorgfältiger beobachtet hat, alle-mal mit Dunkelheit umgeben und sehr räthselhast seyn«

Die Ravensbergische ist hievon nicht ausgenommen, aber sie hat'das vorzügliche, daß sie gleich bei ihrem ersten uns bekannten Anfangein besonderm Glänze erscheinet, und in ihrem ganzen Fortgange bis ansEnde niemals verfinstert wird». Das bekannte Faustrecht , welchesdie alte Verfassung des Reichs so sehr abänderte, kam erst unter derunseligen Regierung K. Heinrichs IV so west empor, daß die fürchter-lichsten Verschanzungen auf steilen Felsen und Bergen zu eines jedenGrundherrn Sicherheit nothwendig wurden« Diese Zeiten sind es, inwelchen auch die Erblichkeit der Grafschaften zu Stande gekommen ist.

Vergeblich würde man daher einen Grafen von Ravensberg vordem eilften Zarhunderte unter dem diesem Geschlechte nachher eigenenNamen aufsuchendes sey denn in RÜxners Turnierbuch a) und an-dern dergleichen trüben Pfützen, in welchen schon ums Zar yzg einGraf Eberhard von Ravensberg zu Magdeburg aufgeführet wird»

Woll--

A) SieheRüxner Anfang, Ursprung und Herkommen des Tourniers inTeutscher Nation BI, xxxi. ö«