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^^ieser bistorischmerkwürdige Ort mit der berühmtestenBenedictincr-Abtei in Oesterreich hieß ursprünglich iUt-llioiumund ist einer der ältesten und berühmtesten in der österreichischenGeschichte. Schon die Römer sollen hier auf dem Felsen ihreFestung 5Iomsrv erbaut haben. Später wurde sie von den inOesterreich cingedrungenen Magyaren erobert und bildete mitihren gewaltigen Ringmauern, weshalb sie auch die Eiscuburggenannt wurde, durch längere Zeit deren Grenzfeste gegen dieOstmark, Kaiser Otto I. besiegte endlich die Magyaren in derRiesenschlacht am Lech den 10. August 945 und jagte sie bisüber ihre Eisenburg zurück, die jedoch noch bei 30 Jahre nachder Lechfeldschlacht in deren Gewalt blieb. Erst nach der Er-werbung der Ostmark durch den ritterlichen Babenberg, Leo-pold den Erlauchten, erstieg dieser hcldenmüthige Fürst die bis-her unbezwinglichen Mauern der stolzen Burg, zerstörte sieund machte die stolzen Thürme der Erde gleich. Später er-baute er ans dem Schütte eine Kirche und Kloster, welche erregulirten Chorherren des heiligen Augustin übergab. Schon1089 wurden jedoch an deren Stelle die Benediktiner daselbsteingeführt. Das jetzige prachtvolle Klostergebäude wurde jedocherst zwischen den Jahren 1719 und 1730 aufgeführt. Bonjener Zeit an wurde das Kloster und Stift Medelike oder Me-dilikk genannt, woraus sich in der Folge der heutige Namenbildete. Oberhalb des ansehnlichen Marktes Mölk mit 140 Häu-sern und 1200 Einwohnern, dann einer, 1481 erbauten Pfarr-kirche mit alten Steinarbeiten und Bildern erhebt sich auf derFläche des 180 Fuß hohen Klosterberges die große, berühmteBenedictiner-Abtei, eine der reichsten und prachtvollsten Präla-turen Europa's, auf demselben Platze, wo zu den Zeiten derRömer ^omsrs und später die Grenzfestung gegen die Ungarn,dann die älteste Burg der Babenberge gestanden hatte, vonwelchen auch Leopold I. der Erlauchte, Heinrich der Starke,Albrecht der Sieghafte, Ernst der Tapfere und Leopold derSchöne hier resi'dirtcn und auch ihre Grabstätte fanden, bissich Leopold der Heilige 1106 eine neue Residenz auf demKahlenberg erbaute und dessen zweiter Sohn Heinrich, genanntJasomirgvtt zuerst in Wien seine Wohnung nahm. Leider ist,wie bei so manchen andern Klostergebäuden, der Bau nichtnach dem ursprünglichen Plane vollständig vollendet, demnnge-achtet hat aber das Stift ein imposantes und majestätischesAnsehen. So wie das Gebäude jetzt dasteht, ist es von be-deutender Ausdehnung, hat gegen die Donauseite eine Frontevon 40, gegen die Landseite von 62 Fenstern, umschließt viergrößere und einige kleine Höfe und gewährt mit seinen Thür-men und kuppeln einen herrlichen Anblick. Die Stiftskirche,zu St. Peter und Paul, eine der schönsten in Oesterreich, istmit Gold und Gemälden reichlich ausgcziert, sie mißt in derLänge 100 Schritt, hat in der Mitte eine sehr hohe Kuppel,rund herum durch Fenster erleuchtet und sowohl Decke als Kup-pel sind in Fresco gemalt. Der Hochaltar, aus rothbraunemSalzburger Marmor, hat eine silberne Tabcrnakelthüre vonherrlicher getriebener Arbeit, die schön gebaute große Orgel hat42 Register, drei Claviaturen und gegen 3500 Pfeifen. Man
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sieht in der Kirche außerdem zwei Sacristeien und die Gruftder ersten Babenberge, das reiche, sogenannte Mölker Kreuzund das Grabmal des heil. Cvloman, der, ein frommer Schotte,aus der Reise nach dem heil. Lande begriffen, 1012 in derNähe von Stockerau räuberisch ermordet wurde und hier seineRuhestätte fand. In früherer Zeit galt dieser Heilige fürOesterreichs Landespatron, bis 1484 »ach Heiligsprechung desMarkgrafen Leopold dieser als solcher verehrt wurde. Ein Ein-gang in die Stephanskirche zu Wien zeigt noch einen einge-mauerten Stein, worauf das Blut dieses Heiligen bei seinerErmordung geflossen sein soll, wurde er schon von so vielenGläubige» berührt, daß er bereits eine ziemliche Höhlung da-von hat. — Das Stiftgebände enthält im Hauptgange desersten Stockes die in Oel gemalten Bildnisse der Herzoge undErzherzoge von Oesterreich, die schönen Kaiserzimmer, die Frem-denzimmer, das schön gemalte Sommer-Nefectorium, diesemgegenüber den Bibliotheksaal und neben dem Letzteren die großeGallcrie mit der herrlichen Aussicht gegen die Donau. DasWasser wird durch eine sinnreich erdachte Maschine aus halb-stündiger Entfernung herbeigetrieben und dann im Stifte durchfeinen Sand filtrirt. Im Felsen, worauf das Gebäude steht,sind die ungeheuern Keller angebracht. In dem Stifte befindensich seit 1804 ^in öffentliches Gymnasium, seit 1811 ein Con-vict für 40 Studierende und eine Musikschule für acht Chor-knaben, seit 1822 eine theologische Lehranstalt; ferner eine be-deutende Bibliothek, welche 20,000 Bände, viele Inkunabeln,und über 1500 Handschriften und Urkunden aus dem 13. und14. Jahrhunderte zählt, eine Hauscapelle mit schönen, alt-deutschen Gemälden, die, obzwar nicht zahlreich, doch mehrewerthvolle niederländische und italienische Stücke enthält, einNaturalien-Cabinet und eine neuangelegte Münzensammlung.Auf dem übrigen Theile des Klosterberges ist ein großer Obst-und Gemüsegarten angelegt, bei dem sich auch ein kleiner bo-tanischer Garten befindet. Seit lange zeichnete sich dieses Stiftdurch wissenschaftliches Streben rühmlich aus und es zähltestets unter seinen Mitgliedern Männer, welche der vaterlän-dischen Literatur Ehre machten, so z. B. Pez, Hurber, Kröpf,Keiblinger, Enk u. a Ein werthvolles Geschichtswerk ist indieser Hinsicht das alte Utrronioon AvIIioense. Das Stift be-sitzt sehr reiche Dotationen an Gütern, so sind z B. mit derStistöherrschaft die Güter Weichselbach und Bielach verbunden,der große Mölkerhvf in Wien, Schottengasse Nr. 103 ist eben-falls sein Eigenthum. Außerdem besitzt es noch große Zehendenvon Wein und Korn, weswegen es seit alten Zeiten im Mundedes Volkes den Beinamen: Zum reisenden (überfließenden)Metzen hat, sowie Klosterneuburg seines großen Weinvorratheswegen: Zum rinnenden Zapfen und Göttweih seines Reichthumswegen: Zum klingenden Pfennig genannt werden. Da mittendurch den Markt die Hauptstraße nach Linz führt, so bestehenin Mölk auch alle gewöhnlichen bürgerlichen Gewerbe und so-wohl zu Wasser als zu Lande ist der Verkehr nicht unbedeutend.Unter den Gebäuden im Orte zeichnen sich das Posthaus undein Brauhaus aus.