Druckschrift 
9 (1851)
Entstehung
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So Gratz am Fuß von hohen Bergen, zu beiden Seiten der Mur, durch eine schlanke Kettenbrückeverbunden, In ville cles Ai-sces s In riviöro sie l'-unour, an das nicht solcher Scherz allein, an dasein inhaltschweres Wort des Erzherzogs Johann sich knüpft. Wir schauen zur steilen Martinswandhinauf, und in schwindelnder Höhe, des Todes gewärtig, steht der verwegene Kaiser, bis ihn einHimmelsbote, ein Schutzgeist stark und kühn, des treuen Volkes Liebe, dem Leben wieder schenket.Wir sehen Kusstein's Riesenwall und vor ihm wiederum Map, wie er den Luntenbrand erfasst, dastrotzige Bollwerk einzustürzen, und sehen auch den listigen Mann von Rinn, der die Granate nebensich mit seinem Hut auslöscht, ans Kundschaft in die Feste schleicht und täglich kühnere Thaten wagt.Wir kommen ins Passeyer Thal, wo Hofer seinen Hansstand hatte, nach Sterzing, wo er seinenHeldenlauf begann. Wir treten ins Kloster Seben ein, aus dem der Rothbart, Kapuziner Haspinger,das Kreuz in linker Hand, das Schwert in seiner rechten zum heißen Kampfe trat. Ans den,Bergschloß Dürrenstein tönt uns des gefangenen Richard Klagelied entgegen, ans Znaym reitet derBote mit der Kunde des Waffenstillstands, der dem unseligen Wiener Frieden vorausging. InJschl, Gastein und Baden fanden Tausende Genesung, die auch einst für die kranke Kirche inTrient gesucht ward, woselbst die glanbensstrengen Väter in achtzehn Jahren den Bruch, derDeutschland in zwei Lager trennte, statt ihn zu heilen, noch vergrößerten. So ist uns aus demSüden neben großer Freude auch schweres Leid erwachsen, und aus dem Norden mußte oft derArzt uns kommen.

Darmstadt, den 22. Juni 1852.

K. W.