Die Vermuthung liegt nahe, daß Albrecht jene drei Glockengestiftet hat, denn kein Anderer des Geschlechts hatte Beziehungenzu Jena und seiner Umgebung. Dagegen stand Ienalöbnitz indirekter Beziehung zu Jena, sogar zum Brüderspittel.
Im Jahre (Zft3 belehnte nämlich, wie wir sahen, der Burg-gras Albrecht von Airchberg den Rath zu Jena (unter den Raths-männern wurde auch Albrecht Tümpling genannt) mit den DörfernNieder- und Ober-Löbnitz, welche die Ltadt gekauft hatte und diefortan, und nachdem Ober-Löbnitz eingegangen war, den NamenIenalöbnitz erhielten, und zwar wurde der Ertrag an Zinsen ausdiesen: Dorfe dem Brüderspittel zugewendet.
Das Dorf Oßmaritz, welches schon (333 Hermann von Lobda-burg dein Brüderspittel übergeben hatte, bildete mit Ienalöbnitz dieRaths- oder Brückenhofs-Dörfer. Im Brückenhofs-Erbbuch von(3ftH heißt es, in das Brüderspittel würden elf Brüder und eineRächn: ausgenommen — „darin nimpt man keinen nicht er sei dennein alter ehrlicher Bürger allhier oder ein alter ehrlicher Bauersmannaus denen Brückenhofsdörfern einen".
Zu dem Ober-Amt Jena gehörte u. a. Nensdorf und zwar,mit Oßmaritz, zur Burgauischen Pflege, zum Nnter-Amt Jena ge-hörte Wenigenjena.
Albrecht hatte daher schon von Amtswegen viele Beziehungenzu diesen Dörfern, man hat sogar behauptet, daß er in Iena-löbnitz Besitz gehabt hat und daß hieraus die sogenannte Hofstätteund der Teichbaumgarten, beides außerhalb des Dorfes, rechtsvon dein Wege von Laasan nach Icnalöbnitz, wohl in der WüstungOber - Läbnitz, hinweisen.
Wenn Albrecht Ienalöbnitz mit einer Glocke hat beschenkenwollen, so hat er vielleicht auch das andere Rathsdorf, Oßmaritz,mit einer solchen bedenken wollen. Eine solche Glocke hängt freilichnicht mehr dort, sondern sie ist wohl die von Nensdorf, welchesDorf, dicht bei Oßmaritz gelegen, mit diesen: zusammen Filial von