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3 (1719) Von dem alten und neuen Africa
Entstehung
Seite
126
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12,6 Des funffeen Nuövs Lap. Xl.

welches insgemein denen Dünsten, welche der Niger bey der Nacht ausdämpf,fet, und den Winden des Meeres zugeschrieben wird. Das Erdreich istgelblich, und trägt viel grossen und kleinen Hirsen, wie auchvielerley Gat.rungen enzmc, oder Wurtzeln, welches die gewohnliche Speise der Jnwoh.

ner des Landes ist»

Die, so gegen Norden des Nigers wohnen, sind gelb von Farbe, undklein von Leibes.Grösse, dsi aber, so gegen Süden dieses Flusses wohnhchiasind, sind schwartzer und grösser von lwur. Sie wissen von keiner Zucht nochErbarkeit, und nehmen fast gar keinen Grad der Blutsfreundschafft in acht,und sind dem Trunck und den Weibern so sehr ergeben, daß es gleichsam einWunder ist, wann einer das sechtzigste Jahr erreichet.

Die Eingebohrne des L-»po Vcrcle sind groß, schwach, wohlgestaltet,und starck vom Leibe. So ist auch das Weibesvolck ziemlich schön, und ge»den denen Europaischen an der Schönheit des Angesichts im geringsten nichtsnach. Diejenige, so in den Städten zu befehlen haben, nennen sich älguierc,und reden mit den Europaern ziemlich verstandlich, und schier in der Sprache,der man sich langst der Küsten des mittelländischen Meeres bedienet, welchessie von Oe^,von Oicppc und den Portugiesen lernen, mit denen sie zmn Gtern Gewerb treiben. Es haben sich etliche Portugiesen daselbst haußlich mc»dergelassen, und Weiber in dem Lande genommen, mit denen sieKinderM»gen, die schwartzbraun sind, und etwas weisses von der Portugiesin Farbe,und etwas schwaches von ihren Müttern behalten. Die Männer kleiden sichin ein Stück blau Tuch, oder Zeug, wormit sie einen Theil ihres Leibes be»decken. Die Kleidung der Weiber betreffend , bestehet dieselbe in einemSchürtztuche, womit sie sich von der Gürtel bis an die Füsse bedecken.Sie tragen güldene, silberne, kupfferne und zinnerne Arm »Bänder undHalß» Bänder von Corallen, Corniek, und Körnlein von Gold; mMchcmtragen sie auch dergleichen Ohrgehänge. Diese Weiber find gar unkmsth.wkhalten sichs für eine Ehre, wann sie mit einem Mann, der weiß ist, Gemein»schafft haben, ja es ersuchen den Vater selbst die Auslandische wegen ihm.Diese Inwohner des (,^0 Ver6- gebrauchen sich der Canots, welche sie vondem Stamme eines Baumes machen und aushöhlen, und sind die großennicht über 7. oder Z. Schuhe lang, und zween breit. Wann sie fischen wol»len, begeben sich ihrer f. oder s. in ein sslches Canot, und brauchen ncbenstden Rudern Segel, wie in einem Schiff, und fürchten sich gar nicht für denMeeres»Wellen, daß ihr Schifflein umgekehret werden möchte; dann sie sindinsgesammt gute Schwimmer, und können ihre Canots leichtlich auf dieSchulter nehmen, und wieder in den vorigen Stand stellen, steigen darnachwieder hinein, und leiden keinen andern Schaden, als an ihren Fischen.