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3 (1719) Von dem alten und neuen Africa
Entstehung
Seite
107
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Von der Aüfke Guinea. 7 c?7

§. 2.

Von der heutigen Küste , und denen darin-

nen befindlichen vielen Königreichen und Landschaft"'ten, auch Vestungen der Europäischen Nationen.

/AS .neben etliche vor, daß der Nahme Guinea, ein in dem Lande gebrauch-liches Wort sey, welches warm und trocken bedeute, worinne denn dieArt des Llimariz, welches in dem hitzigen Erdstrich lieger, gnugsam zu er»/^//^,tskeimen ist. , Sc//e/o«^

Die Alten haben in dieses Land dieVölcker psrorli, die Mohren, ^phrl.cerones, Ul d lDerbici gesetzet. V0N

Die Portugiesen schreiben sich die Ehre zu, daß sie unter allen Völckcrnin Europa die ersten gewesen, welche das Land Lmnezm um das Jahr Christi,417. erfunden haben. Es ist aber mehr als zu gewiß , daß dieser Ruhm de-nenFrantzösischen Schiffen von Dieppe, einem Hafen in der ge-

bühre, welche bereits An. 1504. unter der Regierung Königes L-rvI, v. inFoss?.«»»Frankreich, daselbst eine Handlung angerichtet, und denen ansehnlichsten Or-^^eten der Küste Guinea Frantzöfische Nahmen gegeben, welche aber nunmchromehrentheils verloschen, nachdem die Portugiesen, Engcllander,Dahnen undPreussen, der Gegend sich veste gesctzer haben.

In dieser ersten Handlung von An. 15 64. haben die Kaussleute zu vwppeeine so grosse Menge Helssenbein, oder Elephanten-Zahne aus Guinea mit sichgeführer, daß die meisten Handwercksleute ihrer Sradt sich aus diese Arbeitgclcget. Daher es denn kommet, daß kein Ort in gantz Europa zu finden,da die Dreher besser das Helssenbein, als die zu vie^e zu drehen wissen.

Die Grantzen der heutigen Küsten 6»m-z find gegen Mitternacht dasLand der Schwartzen , gegen Morgen Abessynien, gegen Mittag die K' üteLongo.und gegen Abend das flämische Meer, welches ein Stück von demgrossen Welt-Meere ist.

Die vornehmsten Berge auf der Küste von 6limcz sind : k-lomesLlaw5. 2.) 8ie^rz I_iona, oder Löwen-Berge. Diese letztern fii.d sehr hoch,daher man selbige weit sehen kan. Dieses Gebürge wird darum al'o geienaiet,weil man, je naher man dahin kommet, je mehr man ohne unterlaß einen ge-wissen Wind aus diesem Gebürge höret, welches Sausen mit dem Brülleneines Löwen grosse Gleichheit hat. Das umliegende Land ist sehr bequem,süsses Wasser zu hohlen, und sich mit andern Erfrischungen zu versthen.^ Eswachsen auch daselbst Citronen und Pomerantzen, auch viel andere Früchte.Der schönste Zierrath der Völcker dieser Gegend ist, daß sie das Ohr-Lapplein

O 2. und