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3 (1719) Von dem alten und neuen Africa
Entstehung
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66 Des füttffcm Nuchs iv.

theten den ^ppolionium, Oliri; und iierz^lz an, andere machten sich aus ei»nem Kalb, Schwein, Feigenbaum, :c. einen Abgott.

Nach der Ankunfft aber unsers Heylandes haben sie sich am ersten zudem Christlichen Glauben durch die Predigt des heiligen ^. ci, ihres Apostelsund Evangelisten bekehret; welche, nachdem sie in den Jrthum gerathen, deßder HERR Christus nur eine Natur habe, sind sie sammt dieser Ketzerey,als Ketzer in dem Ooncilio zu Lbalcciton verurlhcilet worden, um welcher !klrsach willen sie dann annoch von der Römischen Kirche für Ketzer gehaltenwerden.

Die erste Sprache in Egypten ist die Coptische Sprache, als welche diegantze Zeit über, da die Coptische Könige, Herren über Egypten gewesen sind,üblich geblieben.

Nachdem aber Alexander der Grosse dieselbe unter das Joch gebracht, .haben sie die Sprache ihres Bezwingers, nemlich die Griechische, annehmenmüssen, welche in Egypten über ?oo. Jahr in; Schwange gegangen ist, bis >daß die Araber die Griechen daraus vertrieben, und die Arabische eingGrethaben, welche bis auf den heutigen Tag in Egypten gemein ist.

^Die Heyrathcn der Copten geschehen auf diese Weise: Nach der ML- !Messe sichren die nechsten Freunde und Verwandten den Bräutigam und dieBraut, vom Hochzeit-Hauß mir brennenden Fackeln und Wachskertzen in dieKirch, singen Lobgesiinge in Coptischer Sprache, und schlagen mit kleine»höltzernen Hammcrlein auf kleine Claviere von Ebenholtz, welches bey ihnenan statt der Music ist; wann sie in die Kirche kommen sind, sichrer man denBräutigam in den einen Chor, die Braut aber zu dem Weiber-Sitz, und !nachdem die Priester, und das Volck, etliche Bsalmen gelungen, so halt der»ieniqe, so die Einsegnung thut, ein Gebeth über den Bräutigam mit vielenZeichen des Creutzes; nachgehends läßt er sich nieder auf die Erde, das Ge»sicht gegen den ttcilccl kehrend, setzen, und hält hinterwärts ein silber» es Creutz ?über seinen Kopss, und fahret also mit den Gebethen, die sie die Gebore des IBundes nennen, fort. Alsdenn ziehet er dem Bräutigam ein Chor-Hembdan, gürtet ihn über die Lenden mir einem weiten Gürtel, legt ibm ein wcisseS ITischluch auf das Haupt, und führet ihn also geschmücket an den Ort, wodie Braut sitzet, decket die beyden mit diesem Tischtuch zu, läst sie alsdannihre Köpfte nahe zusammen stossen, und salbet so fort den Bräutigam, wieauch die Braut, mir Oel auf die Stirn, und über die Hand; hernach müs-sen sie beyde einander die Hand geben, und liefet er ihnen mit lauter Stimmeeine Vermahnung vor, welche die Pflicht, so sie einander leisten sollen, insich hält. Solchergestalt endigen sich die Heyrarhs »Ceremonien, welche sidie Crönung derer Verlobten nennen. Hernach hören Braut und Bräutigameine Meß, und verfugen sich, nachverrichteterCommunion, wieder nach Hauß.