Von dem alten und jetzigen Egypten. 5 7
geleget hebe, allwo vorzeiten die Lateinische Geistliche ihre Messe aufeinem Alcar, den man von einem Ort zum andern hat tragen können, ausAndacht gelesen haben. ^^
Der Wunderbrunn, so mit in. c. bezeichnet, stehet gegen Aussgang des. und ist weit und sehr tieff, dessen Wasser alle andere aus dem Nil»
Strom an der Leichte und Lieblichkeit übertreffen soll. Weßwegen dann die Bas»sen daraus trinclen, und dessen Wasser dem Ni!»Wasser vorziehen; man kandessen Quelle nicht eigentlich wissen. Einige halten dafür, daß dieselbe durchein Wunderwerk entsprungen , andere aber sagen, daß dieses Wasser ausdem Nil durch einen unterirdischen Gang flieste, welches aber, weil es zuweit davon entlegen ist, und dieses Wasser nicht wie des Nils seines, zu»odevabnimmt, für unmöglich gehalten wird. Die Mahometaner sagen für einegewisse Wahrheit, daß diese Quelle zu^ecbaentspringe,und eben daS Was-ser aus dem Brunnen, den sie vir itlimüm nennen, seye.
Die Mantze oder der Baum, aus welchem vor Alters der Balsam ge»wachsen, war nur zween Schuhe hoch, und bliebe jederzeit grün, dessen Aestewaren den Weinreben, die Blatter aber dem Bastlien»Kraut ahnlich. Wannman in dieses Baumlein einen Schnitt thäte, so liess ein rothes Wasser her»aus, welches der rechte Balsam war. Die beste Zeit aber dergleichen Schnittevorzunehmen, war der Anfang des August» Monaths. Diese Staude, unddie Gestalt des Gartens wird durch Nr. I). vorgestellet. Man hat auchwahrgenommen, daß dieser Baum gar wenig Safft von sich gegeben habe,wenn man unterlassen hat, dieselbe mit dein Wasser aus dem Wunderbrun-nen zu begicssen.
In eben diesem Garten war vorzeiten der Baum 5icomor»5 zu sehen,so mit lic. e. bezeichnet, welcher sich durch ein Wunderwerk von einandergethan haben soll, unsern Heyland und seine Mutter für den Dienern Herodiszu verbergen.
§. 7»
Von dem Nil, dessen Ausflüssen, und von denKrocodillcn.
^^Er berühmte Nil-Strom, dessen Wasser, ob schon seinCanal sehr
leimicht auf der gantzen Welt am Westen und gesundesten, istN5./.c.-».wegen seiner gewöhnlichen Ergiessung wohl wunderwürdig; dann es beginnet/'. 45.5derselbe den 17. ssmii. um welche Zeit der Thau in Egypten fallet, zu wachsen, 60.und den 24.8epcemliri5 wieder abzunehmen.
Wenn er anfangt zuzunehmen, so wird dessen Wasser grünlicht, alswann es oben her mit Mooß überzogen wäre; welches dann dem Thau,
Dritter Theil. H welcher