Druckschrift 
3 (1719) Von dem alten und neuen Africa
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

Vsit der Barbars l'n ^fllez. 19

daß^die gebohrne Türcken von Natur leutselig und gesellig sind; und viel»mchls ibr Wort besser, als die Christen halten; ja es ist gar nichts neues,daß sehr reiche und vornehme Turckische Weiber in ihrem Wittibstand keinBedrucken tragen, einen von ihren Sclaven, welcher den Christlichen Glau»den verläugnen will, zu hcvralhen, damit sie, wie sie vorgeben, eine Seele demMahomet zufuhren, welcher dieselbe ins Paradieß versetzen wird.

Ein Sclave, welcher beschnitten, und nachgehends ubenviesen worden,daß er die MahometanischeCeremonien verachtet habe, und wieder zumChrz»sienthum tvelm wollen, wird, nachdem er jämmerlich geprügelt worden, miteiner eisernen Ketten um den Leib an einen Pfahl gebunden, um welchen einHoltzhauffen gelcget,und angezündet, und damit er desto länger leiden müsse,um ihn herum geschürretMd er also lebendig verbrandr wird; mit welcherSerasedie «llerargste Ubeltharer im Königreich 8i-m beleget werden.

Die, so man wegen einiger Verrärherey verdächtig halt, werden anPfäle gespicsset, welches also geschieht: Man flecket einem ein sehr spitzigesHoltz durch den (flüv. vcn.) Hindern, welches mitten durch den Leib, und blßwei»len durch den Kopss, bißweilen beym Hals wieder heraus gehet. Dieses Holtz,wird umgekehrt in die Erde gcpflantzer, so, daß diese arme Leuce etliche Tagein grösten Schmcrtzen, als immer zu erdencken seyn mag, lebendig bleiben,ehe sie sterben, worüber sich alle andere 'Nationen, ausgenommen diese Bar»baren , entsetzen würden. Die Sclaven, welche beschuldiget werden, daßsie aus dem Lande haben flüchten, und sich in die Christenheit begeben wollen,werden mir gebundenen Handen und Füssen von einer hohen Mauer hinunter aufeiserne Hacken, (die man in Frantzösischer Sprache c^ncbez nennet) gemorsten,an denen diest arme Christen, theils an dem Bauch, theils an einem Arme,andere an der Kehlen, diese umgekehrt, jene aber gleichsam als sitzend, jedochaber also, daß sie unaussprechliche Marter leiden, hangen bleiben, von denen diemeiste»; noch etliche Tage in solcher jammerlichen iNcssM leben bleiben, unddürsten solchen gute Freunde nicht einen Tropssen Wassers reichen, ihnen damitden Durst, der sie noch mehr quälet, zu löschen. Die, so zu der Enrkommungeines Sclaven Rath und Thar gegeben haben, werden gesteiniger: die aber,so ergriffen worden, daß sie von ihrem Herrn haben entlausten wollen, oderdemselben nach Leib und Leben getrachtet, ihnen hierdurch die Freyheit zu er-werben , werden lebendig durch den Bauch gechiesset. Angleichen werdendie, so einen Mahometisehen Pfaffen ums Leben gebracht, lebendig geschultden oder begraben. Bißweilen gräbt man sie nur auf l>;lben Leib ein; biß»weilen bindet man sie an ein faules stinckendes Aas; in Summa, es ist keinePlage zu erdencken , welche diese barbarische Leute denen Christen nicht an»thun solten ; dann es wird denen Herren, welche ihren Sclaven das Lebet;nehmen, von tz§r Obrigkeit keine Straffe angesetzet. Weil ;wn dieses altes

D z unge»