Druckschrift 
7 (1848)
Entstehung
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Vorwort zum siebenten Bande.

Es liebt ein Jeder, frei sich selbstZu leben nach dem eigenen Gesetz;

Die fremde Herrschaft wird mit Neid ertragen.

Schiller.

fällt unser Blick zunächst auf Meran im Passeyerer Thal, von wo der Sandwirth aus-zog, Gemsen mir dem sicheren Rohre zu treffen und die fremden Unterdrücker ans dem Lande zujagen. Dann ragen uns die Thürme von Wien entgegen, es leuchten uns die Zinnen von Brünnund Olmütz, es breiten sich vor uns die Höhen und Thäler von Tyrol aus. Noch dürfen wirjene Städte zu den deutschen zählen, noch diese Gründe deutsche nennen. Noch nicht hat dasSchwert der Czecheu und der Fanatismus der Slovanska Lipa, uoch nicht die Horden der Kroatenden deutschen Geist überwunden, und das soll mit Gott und Männern in Schuselka's Sinne niegelingen! Noch nicht ist das schwere Wort gesprochen, welches das treue Land Tyrol, welches dasGeburtsland von Haydn und Mozart, welches die gesegnete deutsche Ostmark von ihren stammver-wandten Brüdern losreißt und niit fremden Stämmen paart, die sie nicht lieben kann, die sie erstbekriegen muß, mit denen sie nichts gemein haben wird, als den Herrscher und das todte Gesetz.Wende der Schntzgeist von Deutschland die Unglücksthat der Trennung ab, welche die Einen schwächtund die Andern nicht stark macht. Doch warum eine politische Betrachtung vor einem Werke derKunst? Weil in Zeiten, da Alles aus dem Spiele steht, Alles auf das gerichtet sein muß, wasNoth thut, Einigung aus Vaterlandsliebe, Festhalten an den natürlichen nur iu gleicher Nationalitätfestwurzelnden Verbündeten, Aufgeben des provinzialen Hochmuths und aller sonderbündischen Gelüstezum Heile des Ganzen.

Die alte reiche Stadt Wien hat keine so große Geschichte, wie Bremen, oder Lübeck, oderNürnberg; sie hat mehr genossen und gelebt, als gedacht und gethan. Schiller hat verständlich ge-sprochen, indem er den sie bespülenden Strom sagen ließ:Mich nmwohnt mit glänzendem Aug'das Volk der Faiaken, Immer ist's Sonntag, es dreht immer ane Herd sich der Spieß." Unddoch hat die Stadt drei große Tage theils errungen, theils erlebt, wie sie Berlin noch nicht ge-sehen. Einmal als nach 6Utägigem einmüthigem Widerstände der Bürger gegen das zahllose Heerder anstürmenden Türken der Polenkönig Sobiesky mit Karl von Lothringen als Sieger sich durch-schlug zu Starhemberg, dem muthigen und edlen Beschirmer der kaiserlichen Stadt, und mit denHelden Bischof Kollonits einzog an der Spitze von 5UU Christenkindern, die er der Sklaverei indes Islam's Lager entrissen. Und wieder, als die Stadt den Papst, vor dem sonst Kaiser auf den