Druckschrift 
3 (1890)
Entstehung
Seite
548
Einzelbild herunterladen
 

54Ü

Liiii Brod schicide, Ivo der Fall war, dass mein seliger Schwieger-vater J. Tb. Käut zier und mein seliger Schwager Käntzlermedicinae Döetor bei mir um ein Brod schickten, indem ich damalsdas Glück hatte mein eigen Brod von meinen eignen Früchtenim Hause backen zu lassen, und wieder im Jahr 1817 das Kornbis 27 Schilling, der Weizen gar bis 13 Schilling bezahlt wurde,grosse Qual und Leiden habe ich als Baumeister in diesem Jahrgelitten, und dausende Thvänen von Mitleid meiner armen Unter-gebenen, welche ich nicht wusste wo Brod soll geschafft werden.Denn in diesem Jahr habe ich und Herr Paul Peuschgens welchermit mir Stadtbaumeister war den Ltitticher Weg von Jakobs-Thorbis auf die belgische Grenze ganz neu gemacht, die grausamenVertiefungen worin so viele Menschen mit Pferd und Karreverunglückt anfüllen lassen, auf vielen Plätzen die Verhüllungengesunken und den ganzen Weg mit Kiesel überfahren lassen.500 Arbeits-Leute arbeiteten auf diesem Weg und nicht zu sagenBettelleute, nein die Meisten waren rechtschaffene Bürger,Schörer und Webermeister, Knechten von verschiedenen Hand-werkern, welche durch die Erpressungen der wilden Francosenohne Arbeit sassen, weil die bernittelsten Fabrikanten und reichenBürger, welche sonst diesen Leuten Arbeit genug verschaffenkonnten, diese alle aus Furcht vor den Francosen auf jenseits Itheinausgewandert waren. Diese Leute bekamen täglich bei uns im Gras,wo wir derzeit das Bureau hatten, und der jetzige Herr NotiirSchümmer Sekretär am Bauamt war, ein Zwei-Pfund-Brod und12 Sous in Assignaten. Wo ich einen dieser Arbeitsleute auf demBusch habe gesehen t.odt dahin fallen vor Elend und Mattigkeit.Viele andere, die ausser sich wurden und Schaum auf dem Mundbekamen (wie, Gott bewahr, ein Rasender).

Durch Gottes Hiilf und Menschen Barmherzigkeit haben wirden guten braven Bürgern doch bis zum Ende Brod verschafft.Unser Posten war der härteste und die gefährlichste Anstellung,denn iE? alle Requisitionen von Matrazen, Decken etc für in dieSpitäler mussten bei uns abgeliefert werden, alle Art Requisitionenwurden ausgeschrieben als wie erden Schüsselen, Dtippens, Eimeren,s. v. Nachtgeschirren, Kerzen, Federbett, ich weiss nicht mehralles zu erdenken, was bei uns ankam. Aber das härteste unseresPostens war, dass wir alle in den Spitäleren, Marienthal, Karmeliteretc. Gestorbene zur Beerdigung am Louisberg besorgen mussten,welches durch die sogenannte Kuhlhasen geschah Namens einerHungs und Hase. Diese Citoyeus wurden alle auf einen Leiterkarrengeworfen und am Louisberg wie krepirte Hunde dahingeworfen,welche leider die Meisten venerisch und halb faul waren und stunken