Druckschrift 
3 (1890)
Entstehung
Seite
530
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r.

Schon früher hatte man aus den Ruinen eine Siiuie vollWeissem Marmor, gothischer Art mit Hohl-Rippen genommen, dienach dem französischen Koncordat mit dem Kaiser mitten auf demvor der Wolfstlitire gelegenen Rand errichtet wurde und die Büstedes Kaisers Napoleon trug.

Nach der durch den Franzosen hinweg genommenen Tileiauf der Kuppel blieb das Dachwerk ungedeckt und die GemälderundStockotour-Arbeit auf dem Hochmünster wurde durch das Wasserganz verdorben, und um die Sorgfalt des hochwürdigen HerrnBischofs auf die Herstellung des Dachwerks rege zu machen, wurdedemselben folgendes Distichon auf den Neujahrstag 1803 überreicht:Ne Caroli augustum ruat alta a culmine templum0 Marce Antoni! tecta reaedifica.

Die Bogenstellung am Parvisch anstossend, die im Jahre 1424erbaut, wurde unter dem letzten französischen Priifect Ladoucetteabgetragen, um mehr Raum zum Einfahren zu der Kirche beiStaatsfesten zu erhalten.

Der nach dem Tod des Herrn Bisehof Markus Antoniuseingetretene Bischof Namens Jean Baptist Camus ward vom KaiserNapoleon ernannt, aber nicht vom Papste confirmirt, daher nurEv&que nomine und keine bischöflichen Funktionen verrichten durfte,war ein sehr ansehnlicher gelehrter und liebenswürdiger Mann,wurde vor Abzug der Franzosen von Napoleon zurückberufen,welches ihm stark zu Herzen ging, ist auch kurz nachher im Jahre1814 den 26. April in Frankreich gestorben. Die kostbarenOrnamenten, welche Markus Antonius von Cöln hierhin gebracht,und von Clemens August herkommen, welche selber bei derkaiserlichen Krönung seinesBruders hatte verfertigen lassen, wurdendurch den in diesem Jahre 1825 ernannten Erzbischof von CölnFerdinand August Spiegel zum Desenberg zurückgefordert undüberliefert worden, wie auch der silber-vergoldete bischöfliche Stab,welcher dem Herrn Bischof Markus Antonius von Napoleon geschenkt.

Kaiser Joseph II erlaubte im Jahre 1773 den Stiftsherrn derKirche ein Kreuz mit acht Spitzen und der kaiserlichen Krone aneinem blauen Bande und an den Seiten schwarze und eine gelbeStreife zu tragen. Auf der einen Seite kniete Karl der grosse vorder hl. Jungfrau Maria, auf der andern ist das Wappen des Kapitels,in einem leichtblauen Felde einerseits die französischen Lilien, zuranderen Seite der halbe Adler. Oben die der Krone.

Seit dem Jahre 1802 war unser lieben Frauen Münster zurDomkirche erhoben und der Sitz eines Bischofs welcher Snffragandes Erzbistbums Mecheln war. Das aaehener Bisthum begrenztin sich die ehemaligen Departements Roer, Reihn und Mosel.