Druckschrift 
3 (1890)
Entstehung
Seite
523
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Pastor Herr Kloubert war lioino bonus et. verus Israelita und haltebei den tollen Leuten wenig einzubringen. Mein seliger Vater hattein seiner ersten Ehe mit Elisabeth Ringens auf seine alleinigeKosten eine neue Sahrieste bauen lassen, welche auf dem Kirchhofausham, und in den Schlussstein der Fenster waren sein und derFrau Wappens ausgehauen. Diese wurden auch weisslieh beschlossenohne die geringste Anfrage niederzureissen und die blausteinernenFenster zu verkaufen. Mein seliger Vater nicht allein dass er selbeSakristei aus seinen Mittelen bauen liess, sondern dotirte selbe miteinein auf der Stadt haftenden Kapital von 1000 Thaler zu 26 Mark,so zur Verwendung die jährlichen Interessen von 600 Thaler indem Akte (dessen Kopie ich noch besitze) bestimmt wurden zumsonntäglichen Brod an Hausarmen besagter Pfarre, und von400 Dahler die Interessen zur Reparation der Ornamenten. Schrankund Alles zur Sakristei erforderliche stellte er auch dahin, liessauch auf seine Kosten ein prächtiger Beistuhl machen, welcherzur rechter Hand gegenwärtig noch steht und immer ein zeitlicherPastor sich bediente. Die Brodvertheilung wurde von meinemseligen Vater an bestimmte Armen angewiesen, nach Tod dessenUnits meine selige Mütter, nach dessen Todt trat ich als einzigerErbe in und gab jedem ein Briefgen von einem grossen oder kleinenBrodt. Unter das Regiment von Cromm wollte selber mir diesverweigeren, ich habe selbes aber durchgefochten und in Thätigkeitgesetzt bis in jetzigen anfgeklährten Zeiten ein sogenanntesArmenverein oder: Commissarien von allerlei Leuten, jungen Bürstenund sonstigen Ignoranten eingesetzt, welche unerachtet allerVorstellung ihre Creaturen die Brodsgab an austheilen. Wie manleider zu öfters Probe gemacht, dass Die denen andren wahrenHausarmen das Brodt fortstehlen, die Fedren auf ihren Hüten tragen.

Zu Noppius I. 14, S. 67.

Im Jahre 1781 ist die St. Foilanspfarrkirch auch ganz erneuertworden unter regierenden Herrn Kirchmeister Michael Kreitz undFranz Offermanns und Herrn Proffian Thewis. Um den Predigstuhlzur rechten Hand zu stellen, ist der Pilar am Glockenthurmdurchgehauen worden, und die Treppen gehen in Glockenthurmherauf, eine sehr kühne doch gefährliche Unternehmung von diesenHerren; wurde auch zugleich ein Todtenkeller durch die ganzeKirch gemacht und enthält 401 Offen. Bei Herausnehmen der Kadaverfand sich im Chor begraben ein ganz unverwesener Geistlicher inseiner ganzen priesterlichen Kleidung, welcher herausgenommenund bei Verfertigung des Kellers in Nl 1 wieder hingelegt. DerMaurmeister Franz Offermanns hat selben meisterlich verfertigt.