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1 (1890)
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551
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fürchten liess. Was Raths nun in diesen Umständen für die un-glückseeligen Magistrats- und Rathsglieder, deren Wunden undmörderische Yerletzuug von kaum zween Tagen zuvor noch in garzu frischem Gefühle Baren, die also bey dem nun wieder ausbre-chenden Aufruhr eine völlige Ermordung lebhaft vor Augen hatten?Sie wuss.ten kein anderes Mittel, als dass die meisten in aller Eileaus der Stadt in benachbarten und frembden Gegenden flohen, in-dem sie die Ihrigen und denjenigen Theil des Magistrats und Rathsderen gebrochenen Glieder und durch eine gar zu heftige Miss-handlung entnervten Körper das Mittel der Flucht nicht annehmenkonnten mit der entsetzlichsten Aussicht zurück- und der ange-flammten l'öbels-Raserey preis zu lassen genötiget waren.

8 48.

Den regierenden Bürgermeister Dauven hielt ein andaurendesFieber, und eine immer aufmerksame Pöbelwache von der Fluchtgleichmässig zurück. Mitten in der erwehnten Rebellion erschienenauf einmal an seinem Krankenbette der Schöllen von Braumannund Heinrich van Houtem ein paar ächter Helden im städtischenRebellions-Kriege, die von manchem Meisterstück sich um dieseGesandtschaft verdient gemacht hatten. An ihrer Seite waren einPaar Notariell von der bereits oben beschriebenen Gattung, so siemit der zuverlässigsten Aussicht einer würksamen Expedition mitsich an das Krankenbett führten, und nun hob Heinrich van Houtemtückisch, gefährlich und drohend an :Herr Bürgermeister helft,sonst geht die ganze Stadt zu Grund." Mau denke sich die Lagedes Bürgermeisters, über dessen Haupte das Rebellionsschwert schonso lange gezuckt, und nun dem Mordstreiche so nahe war. Heinrichvan Hontem betheurte gar den Untergang der ganzen Stadt. DerBürgermeister unterschrieb also was ihm vorgelegt ward. Dieswar nur eine Bedankung seiner Bürgermeister-Würde. Er hätteauf Foderen alles, was ihm theur, und so werth als sein Lebenwar, weggeschrieben. Man kann von dieser Geschichte in demFortgange der obigen Anlage Ziffer 29 sich deutlieh belehren.

§ 49.

Die Rebellions-Anstifter erfuhren nicht sobald dass der ganzeMagistrat und etwa drei gute Vierte Theile des ganzen Raths in-und ausser der Stadt geflohen, verkrochen und bettlägrig waren,auch dass ihre Gesandtschaft das Abdankungs-Werk beim Bürger-meister Dauven glücklich vollbracht hatte, als sie in der römischenBürgermeister-Wahl des Pöbels einen Halt machen Hessen, unddann auf den andern Bürgermeister Frhr. von Wylre zufielen,von dem sie die Einwilligung in eine Convoeation des Raths undder Geschickten gewaltthätig erpressten. Auf eine nie erhörte Art