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zusuchen, alles geschah einseitig und gewaltthätig; die widrigenAnhänger unterschrieben also einer glimpflich aufgestellten Pro-testation um so lieber, da ihnen in die Köpfe gesetzt wurde, alswollte sich der Rath dadurch zu verewigen trachten, gar wurdendie allergerechtesten Verordnungen Kaiser!. Majestät, die der Rathalleruntertliänigst nachsuchen würde, als ein gefährliches Proviso-rium vorgestellt. — Uebrigens ist es leicht begreiflieh, dass es beidiesem Zusammenlaufen auch wiederum schwere Unruhen absetzte,und dass es besonders an Bedrohungen nicht fehlte, die wider denRath in Häupter und Gliedern ausgegossen würden. Den Inhaltder erwehnten Protestation befasset die Anlage Ziffer 20.
§ 30.
Der von den Anführeren und ihrem Anhange heftig zuge-setzte und bedrohte Rath musste der Ungestümme weichen, allesbebte vor Todesschrecken, es war für ihn keine öffentliche - nichteinmal weiter die engere Haussicherheit vorhanden, hauptsächlichdaher entstand es, dass unterm 17ten Junius der Rathschluss vom14. Jun. in der obigen Anlage Ziffer 19 dahin erläutert wurde,dass der Rath die Wahlen, wobey Ruhe, Frieden, Ordnung undGesätzmässigkeit beobachtet werden würden, zwar zugeben, die-jenigen aber, womit Rottirungen des Pöbels, öffentlicher Lärm,Verhöhnung, Beschimpfung, Mishandlung p. p. abermal verknüpftsein würden, nichtig und verboten seyn uud bleiben sollten; Brei-tern Innhalts der Anlage Ziffer 21').
§ 31.
Nun gingen die Zunfts-Versammlungen weiter voran; aberkein haarbreit besser und ruhiger als die dabevorigen. Justalles was verboten war wurde in einem noch höheren Grade sträf-lichst vollbracht mit der ärgerlichsten Verspottung der Rathsbe-fehle und Verbüter, kein friedliebendes Zunftsglied getrauete siehdaher diesen Versammlungen beizuwohnen, die Zunfts-Stuben wur-den von Niemand als einzig von dem aufrührischen und angewor-benen Haufen betreten. Nach jeder Wahle war in der Stadt durchmehrere Tagen und Nächten ein Greuel der alles in das äussersteEntsetzen brachte; besonders vor den Häusseren der Magistrats-und Rathsglieder und ihren Freunden hielt der rasende Haufenseine Pausen, wo er die abscheulichsten Lästerungen ausbrüllte,und nicht selten die Häuser selbst mit Stein- und Kothwtirfen,mit Schlägen und dergleichen zurichtete. Wer kann dabei die er-sehütterendsten Schrecken alle beschreiben, die in einem immer-wehrendem Daur dem rechtschaffenen Bürger und den seinigen,die sich augenblicklich das Schlachtopfer der Wutli glaubten, durchMark und Gebeine gehen mussten.
1 ) Abgedruckt S. 209 dieses Bandes.