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1 (1890)
Entstehung
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reg. Bürgermeister und Rath sahen aber darüber hinaus um desFriedens willen, und Dauven gab wirklich Rechenschaft über dieihm zur Last gelegten Klagpunkte und liess seine Yertheidigungso gar drucken, um jeden Bürger von der Lage der Sachen zuunterrichteil. Die Gegcnparthey, deren Oberhaupt, de Loneux beyeiner bevorstehenden Regiments Veränderung auf die Bürgermeister-würde rechnete, schlag daher einen anderen Weg ein. Sie suchtesich der Stimmen der Zünfte zur nächsten Raths wähl auf den23. Junius zu versichern. Jedes Haus dieser Parthey wurde eineSchenke für die Handwerker, wo sie umsonst zechten, im RauscheUnordnungen begingen und im Weggehen auf den Strassen mitweinrauhen Gurgeln ausriefen: Es lebe Loneux, es lebe dieneue Parthie! so wie die Holländer ihr Oranien untenoder oben aus mit Thee genetzten Kehlen in die Lüfte erschallenlassen. Auch Soldaten von der Stadtmannschaft empfingen Geldund freyen Trunk bey dem Schäften Loneux und riefen: viveLoneux, vive le nouveau parli; indem in Aachen fast mehr Fran-zösisch als Deutseh gesprochen wird. Gelegentlich wurden dieStimmen auch mit Geldo erkauft, und zum Theil so theuer, dasseine einzige mit 100 Louisd'or bezahlt wurde: und die regierendeParthey behauptet erweisen zu können, dass de Loneux eben umdiese Zeit einige tausend Louisd'or bey verschiedenen Banquiersaufgenommen habe. Bey den Versammlungen der Zünfte,welche gewöhnlieh vor der Raths wähl gehalten werden, ging esso aufrühriseli her, vorzüglich bey der Zunft der Kaufleute, wodie Parthey des Schöffen d. L. mit Prügeln und Pistolen bewaff-net erschien, dass der Magistrat für nüthig erachtete, die Zunftversammlunge n einzustellen, und die schlimme Lage der Republik unterm 14. Junius an Se. kaiserl. Maj. zu berichten;auch wollte er den Rath auf den 23. Jun. nicht, zur Wahl zu-sammen berufen. Allein er hatte nicht Macht genug, der aufrülir-ischen Parthey die Spitze zu bieten. Sie erzwang es durch Droh-ungen, dass die Wahl an dem gewöhnlichen Tage vor sich gehenmusste. Des Tages darauf sollte auch, der Gewohnheit gemässaus dem grossen Rat he der kleine oder der Magistratgewählt werden, und da kam es darauf an: ob die bisherigen Mit-glieder oder die neue Parthey die Oberhand behalten würden. DenAbend zuvor liefen nun schon die Glieder der letztern durch dieStrassen, belagerten die Häuser der Rathspersonen und ver-langten drohend, dass sie diejenigen in den Magistrat wählensollten, die sie haben wollten, und den andern Morgen erschienenbey 1200 Mann mit Prügeln bewaffnet in der Nähe des Rathhauses,die Wahl zu unterstützen. Dieser Aufzug schreckte den versam-