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entsetzlich liiivifen müsste, und so geschah es, dass in einigenStunden auf dem Markt alles voll stand, und während diesemjedermann in die lebhafteste Forcbt versetzenden Auflauf giengengegen 11 Uhr sehr viele angesehene Rathsglieder und Bürger indas auf dem Markt grade dem Rathhaus gegenüber gelegeneBettendorffische Haus, wo Herr Syndicus de Nys bey seinemSchwiegersohn um diese Zeit gewöhnlieh war, tlieils um den allenSyndicus dahin anzugehen, dass er zur Vorbeugung der Unruhenalle mögliche Hülfe leisten möchte, theils um von da zu sehen,was aus der Sache werden würde.
§. 153. Unverhoft erschien hier Herr H. van Houtem, *)um den alten Syndicus aufzusuchen und mit dem Wunsch, etwaszur allgemeinen Ruhe beytragen zu können. Seine erste an denSyndicus gerichtete Bitte war, dass er mit ihm zum Herrn Bürger-meister Dauven gehen möge, irm mit diesem sich über dievorwaltende Unruhen zu bereden und die jetzo nöthige Hülfe vonihm zu verlangen, wozu sich aber Syndicus de Nys nicht verstehenwollte, weil er, wie er sagte, mehrmals und besonders in Ansehungder oben angeführten Geschichte des Ueberkömmsts vom 22tendurch jenen hintergangen worden sey. Herr van Houtem bathehiernüchst ein- und andern von den Anwesenden, dass doch einervon ihnen mit ihm zu Herrn Bürgermeister Dauven gehen möchte,um denselben zu bitten, dass er durch zu verfügende Anstallendem bevorstehenden Uebel zuvorkomme. Es wollte aber keinermitgehen, bis endlich sich Herr Schöffen von Braumann dazuentschloss, beide nahmen aber hiernach zu ihrer Sicherstellungund Beweis über ihre Verrichtung die beide Nolarien Strauchund Zimmermann mit.
§. 154. Als diese bey Herrn Bürgermeister Dauven ankamen,wurden sie in sein Schlafzimmer geführt, wo er zu Bett lag;Herr van Houtem erzählte, wie es eben wirklich aussähe und brachin die Worte aus: helft, Herr Bürgermeister! helft! sonst gehtunsere Stadt zu Grunde! Dieser erwiederte: wie er glaube, ambesten zu helfen, wenn er sein Amt niederlege, weil er wohl wisse,dass er der Hauptgegenstand der bürgerlichen Unzufriedenheit sey,und verlangte zu diesem Ende, dass seine Frau einen Tisch an
*) Wohl zu bemerken, dass Herr Heinrich van Houtem, welcherein sehr guter Freund des Herrn Syndicus Peltzer und dieser jenem inseinen eigenen Angelegenheiten bedient war, hierum und sonst so mehrzu der alten Partliey gezählt ward, da er mit seinem der neuen Partheyzugethanen Sohn bis zu einer erst im Sommer 1787 geschehenen Aus-söhnung ganz entzweyt war und bey den vorgekommenen Zunftwahlensich allzeit als zu keiner Parthey gehörig benommen hatte.