Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
484
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und bathen, dass sie doch nach Haus gehen und dem etwa falsch„ausgestreuten Gerüchte, als ob Unordnungen bey der heutigen„Beamtenwahl im Ruthe vor sich gegangen seyn sollten, keinen„Glauben beylegen, sondern ruhig nach Haus gehen und durch„falsche Ausstreuungen weiter nicht irr machen lassen möchten.„Da aber diese Leute ganz stumm und unbewegt stehen blieben,„verschloss Loneux die Gartenthtire, verriegelte selbige und kehrte„mit dem besagten Rathsverwandten wieder zur Rathsversammlung„zurück."

§. 136. Da man jetzt die noch Vorzunehmende Wahlenfortsetzte, fieng man von magistratischer Seite in Ansehung derbemerkten Briefeher wieder eine andere Konstitutions-widrigeNeuerung an: es warf nämlich, nach Num. 97. „der kurz berührte„altpartheyische Rathsherr Buchboltz statt einem Briefchen deren„zwev in den Wahlbecher und gab also unrechtmässiger Weise„zwo Stimmen ab, wie sich dann am Ende mehr Briefcher fanden,„als wählende Personen im Rathssaal waren."

§. 137. Auch diese bey den Wahlen vorgegangene Unrich-tigkeit ward in dem Vorzimmer des Rathssaals, wohin zwischenjeder Wahl die wählende Rathsherren sich zu begeben und soaus- und einzugehen pflegen, wo aber auch andere Leute, alsStubenheitzer, Bediente, Nachtwächter und andere zugegen sind,bekannt, und die Nachricht hiervon unglücklicher Weise bis aufden Markt heruntergetragen, und so unter dem daselbst haufenweisstehenden Pöbel das Gerücht verbreitet, dass bey den vorgenom-menen Wahlen zu Hinderung der Stimmfreyheit gelbe Briefchergebraucht, und, um die Mehrheit der Stimmen zu erhalten, mehrBriefcher noch, als altpartheyische Stimmfähige da gewesen, abge-geben, sohin die Wahlen wirklich zum Vortheil der alten Partheyausgeschlagen und dadurch alle Hofnung der Bürgerschaft für diesJahr wenigstens verloren sey.

§. 138. Das Rathhaus, welches am 25ten May, 21. und22ten Junius ohne Ursache so stark besetzt gewesen, war heute,als an einem Tage, von welchem bereits das Ueberkömmst vom22ten Gefahr prophezeihet hatte, durch keinen Mann bewacht. DieStadlsoldaten, welche nach Num. 98. fragten, „ob denn gar keine„Ordre gegeben wäre, solches zu bewachen, bekamen von dem sie„kommandirenden Unteroffizier Spiegelmacher zur Antwort: er„habe gar keine bekommen. Ausser dem aber, dass nach eben„dem besagten Num. 67. die städtische Soldaten so wenig als die„Nachtwächter aufzuziehen befehligt waren, sondern es nur bey„der ordinairen Wache verblieb, ist es noch unbegreiflicher, wie„der wachthabende Offizier, welcher mit seinen Kommandirten in