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1 (1890)
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war, und dass man Ursache dazu hatte. Die Hauptkasse der Stadtist dem Rentmeister und den Neumiinnern überlassen, und dasolche nun gewählt werden sollten, so hieng alles von diesemZeitpunkt ab, und nichts war allgemeiner in Aachen, als derlebhafte sehnliche Wunsch, an diese Stellen nun endlich wenigstenseinige Leute gesetzt zu sehen, auf die man Zutrauen hatte undvon welchen man sich Verbesserung der bisherigen Fehler versprach,so wie das Volk bey der Vermischung des Raths überhaupt, wennnämlich nicht mehr blos Dauvensehe Anhänger in demselben seynwürden, hoffte, dass nun die Untersuchung der den Bürger so hartdruckenden Beschwerden nicht, wie bisher, mit Gewalt werde vonder Hand gewiesen werden. Dieses Volk war aber seit dem14ten Junii, wo man bey der Krämerwahl von magistratischerSeite ganz Unstimmfähige hatte unterschieben wollen und wo mandieser Wahl Verfälschung öffentlich überführt worden war, ganzausserordentlich mistrauiscli. Es hatte gesehen, wie der MagistratEinsperrungen, Vergewaltigungen, Drohungen, Versprechen, Ueber-köinmste, alles angewendet hatte, um, wo möglich, sein Regimentzu verlängern, und es glaubte also, dass man jetzt an diesemwichtigen Tag gewiss alles aufbiethen werde, um die oberwähnteStellen unter sich zu behalten.

§. 130. In ungewisser, aber um so mehr angestrengterErwartung war hierüber ganz Aachen und sah ungeduldig denersten Schritten entgegen, welche von magistratischer Seite gethanwerden würden, und diese Ungeduld wuchs, je näher die Raths-stunde herankam, so, dass um diese Zeit der gemeine Manngrösstentheils in Bewegung war. *) Alle Rathsverwandte derDauvenschen Parthey hatten sich bereits Morgens früh in demHause des Herrn Bürgermeisters von Wylre versammelt und zogenvon hier aus zwey und zwey nach dem Rathhaus. Die neu-partheyisebe Rathsglieder aber giengen einzele auf dasselbe.

§. 131. Gleich beyin Anfang der Versammlung zeigte sich,dass zwey Rathsherren Namens Maassen nicht erschienen, und manbehauptete magistratischer Seits, dass diese durch das in derGegend ihres nächst am Rathhause gelegenen Hauses stehende

*) Hierbey ist zu bemerken, dass der Aachensclie gemeine Bürger,welcher an jeder Veränderung der Magistratspersonen und seiner Vorsteher,an jeder Wahl, wenn sie auch lange so wichtig nicht als die befragte ist,sehr lebhaften Antheil nimmt; dass dieser gewohnt ist, an solchen Tagen,vor und während dm Rathssitzungen auf den Strassen zusammen zu stehen,und auch in den Wirthshäusern zu sitzen, bis er sich gegen der Ver-sammlung auf den Markt in die Gegend des Rathhauses begiebt, umdaselbst den Ausschlag der ihn interessirenden Sache zu vernehmen.