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§. 99. Nun schritt man endlich zur Wahl. Da sich aberbald berechnen Hess, dass diese zu Gunsten der neuen Partheyausfallen werde, ward nun zu Unterbrechung und Störung der-selben, nach Num. 49, „von einem Lennarz und seinen Helfers-helfern zwischen den neupartheyischen Zunftgliedern mit groben„Hölzern auf die Tische zugeschlagen." Doch auch hierdurchliess sich die neue zahlreichere Parthey nicht zur Gegenwehr undUnordnung bewegen, sondern man gab die Stimmen Ordnungs-mässig ab, bis die Wahl geschlossen war, welche zum Vortheilder neuen Parihey ausfiel; worauf denn sämtliche Zunftgliederauseinander giengen, und sich so auch allmählig die häufige Zu-schauer verliefen.
§. 100. Dieser unverhofte Verlust der Bäcker-ltathswahlmachte die Dauvenscbe Parthey stutzig, und sie hielt nun mitden übrigen Wahlen bis den 4ten Junius an sieh, in welcherZwischenzeit ihre Stimmwerberey desto hitziger getrieben wurde.Die Behausung des Werkmeisters Wild blieb, nach Num. 50, nachwie vor „das Rekrutenhaus, wohin nebst andern Zunftgliedern,„besonders jene der Scbmidzunft gebracht, und von bewafneten„Stadtsoldaten Tag und Nacht bewacht wurden und bey Gelegen-heit der hiernächst vorgekommenen Metzgerwahl wurden die hierzugehörige Zunftglieder sogar in dem Wohnhaus des regierendenHerrn Bürgermeisters von Wylre eingesperrt, wie denn, nachNum. 51, ein Metzger, welcher dieser Behausung vorbey kam,„von einigen Dauvenschen aus diesem Haus herausstürmenden An-hängern von der Seite eines mit ihm gehenden Freundes bey„hellem Tag mit Gewalt weggenommen, und in das besagte von„Wylresche Wohnhaus hineingeschleppt wurde, und daselbst, er„mochte wollen, oder nicht, schlafen musste, bis man ihn andern„Tags mit den übrigen eingesperrten Zunftgliedern auf die Läube„gehen liess."
§. 101. Ganz besonders merkwürdig ist die Art, wie mansich eines gewissen Sehmidmeisters Flach zu bemächtigen suchte.Dieser wollte sich zu der Dauvenschen Parthey freiwillig nichtbekennen, und durch kein Geldanbieten sich bereden lassen. Manentwarf daher einen Plan, wie man ihn heimlich in das mehrbesagteWildtische Haus „hineinbringen, und alsdenn daselbst auf andere„Meinung stimmen, oder wenigstens einsperren könnte." Zu diesemEnde gieng, nach dem obigen Num. 52 nachgeschriebenen Zeugniss,„der damalige Neumann Adenau mit einigen Stadtsoldaten Abends„zwischen Ii und 12 an das Haus eines Bäckermeisters Joseph„Sclileupen, dessen Hintergebäude mit der Wohnung des obbesagten„Flach Verbindung hat, und bathen jenen, als er nach Haus kam,