Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
196
Einzelbild herunterladen
 

196

geführet werden müssen, wo inzwischen mehrere Opponenten nichtmatrikulmässig, sondern nur auf Rechnung zahlen.

Die verkauften gemeinen Gründe bestehen meist in solchenKleinigkeiten, dass zu dem Ende, worzu allbier die Erwähnungdavon geschieht, vorgeführet zu werden nicht verdienen.

Das hiesige Jesuiterkollegium hat in der Stadt und städtischemGebiete wenige Güther und noch wenigere Kapitalien besessen,und von demjenigen, was selbiges dabier besessen hat, werden dieEinkünfte unter den noch lebenden Gliedern zu derer Unterhaltgetheilet, welches um so nöthiger ist, als derer anderwärts gelegeneGüther und ausgestandene Kapitalien von dasigen Landesobrigkeitengänzlich eingezogen worden. Die Stadt geniesset also noch zur Zeitnichts von den Jesuitereinkünften. Das vor wenigen Jahren aufge-hobene Klarissenkloster in Ruremond besass nur ein einziges Kapitalvon zween tausend Rthlrn. zur Last der Stadt; Magistrat hat zwarsonächst aufgehöret, die Zinsen zu zahlen, allein diese sind jedochgefodert worden, der Ausschlag hiervon ist noch abzuwarten.

Unter ehemaligen Magistraten können vieleicht viele Steuer-rückstftnde beigetrieben worden seyn, unter dem jetzigen Magistratsind (dasjenige vorbehaltlich, was hieroben auf den 56ten Punktgeantwortet worden) so viele Rückstände nicht vorgefunden worden.

In der Beantwortung auf den ersten Punkt ist schon bemerktworden, dass die zu fremden Earbereyen ausser der Stadt geführtenTücher einen halben Rthlr. zahlen, wodurch die Entbehrung derAkziesen an Farbingredienzen der Stadt ersetzet wird.

Wenn man die Salaria der fünf Professoren in den fünfuntern Schulen, das Salarium des Präfekts oder Vorstehers, unddie Salaria der beiden Lehrer der Philosophie zusammen setzet, sokömmt die Summe gegen diejenige, die der Magistrat sonst ver-wendete, sogar weit nicht herunten, und wenn die Verhöhung derSalarien, wohin die Professores inständigst bitten, Platz findensollte, so würde an vorheriger Summe nichts zu ersparen seyn.

Die Syndikatsstelle ist seit einigen Jahren unbesetzt geblieben,hiergegen sind aber auch inmittels andere Rechtsgelahrten gebraucht,und gebührend zahlet worden.

Bei der Stadtmilitz hat man zwar zween Hauptleute eingehenlassen; allein die andern Offiziers sind dagegen in die höchstnöthigeund unentbehrliche Besoldung wieder eingesetzt worden, und dadem Soldat die Last des nächtlichen Patroullirens den ganzenWinter hindurch neuerdings aufgelegt worden, so verstehet sichvon selbst, dass diese so sehr nöthige Einrichtung nicht ohnehöhere Kosten geschehen, und unterhalten werden könne.

Die Forstmeistersstelle war nur ein Ehrenamt, denn die Ein-