Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
141
Einzelbild herunterladen
 

141

LT.

Verordnung.

Em. En. Rath dieses Königl. Stuhls und des Heil. Rom. Reichsfreyer Stadt Aachen ist es missfiilligst zu vernehmen gewesen,wie dass dahier in der Stadt heimliche Versammlungen der soge-nannten Frey-Mäurer gehalten, und in Bürgerliche Häuser auf-genommen werden. Wann aber En. Er. Rath diesen unerlaubten,verdächtigen, und von dem Römischen Stuhle mit dem Kirchen-Bann belegten Versammlungen ohne Aergerniss und Gefahrgemeiner Bürgerschaft nicht nachsehen mag, solche hingegen zustören und abzustellen tragenden Obrigkeitlichen Amtshalber sichschuldig erachtet. Als hat En. Er. Rath sotliane Versammlungenin der Stadt und Reich Aachen hiemit auf das schärfste verbotten,abgestellet und verbannet wissen, und erklären sollen und wollen,mit dem Anhang, dass der oder diejenigen Bürger, auch Städtisch-oder Reichs Aachische Einwohner, welche künftighin nach Ver-kündigung dieses Verbots sich unterstehen dürften, die verboteneVersammlungen in ihre Häuser aufzunehmen, zu erlauben und zudulden, für das erstemal in eine Straf von ein hundert Gold-gülden, für das zweytemal in eine Straf von zwey hundert Gold-gülden, und für das drittemal in die Straf von drey hundert Gold-gülden mit der That verfallen, und nebst dem auch ihres respectivöBürger- und Einwohners Rechts verlustig seyn sollen. WobeyEn. Er. Rath sich versehet, jeder Bürger und Einwohner, dem abdiesen verbottenen Zusammenkünften einige Wissenschaft zukommenmöchte, werde solches den zeitlichen Herren Bürgermeistern umdemehr anzubringen geneigt seyn, als demselben nebst Ver-schweigung seines Namens diesertwegen die halbe Strafe zur Re-compenz abgereichet werden soll.

Also beschlossen im Rath den 26. Martii 1779.

(L. S.) Ex mandato

D. P. M. Becker, Secretarius.

LIT.

Schreiben an den Herzog Adolph Friedrichvon Mecklenburg.

Durchlauchtigster Fürst,

Gnädigster Herr!

Ew. Hochfürstlichen Durchlaucht gnädigste Zuschrift vom23. des letztverflossenen Monats April, womit beehrt zu werdenwir das unschätzbare Glück hatten, ist Uns vor etlichen Tagen

10