Druckschrift 
1 (1844) Bis 1299 : mit einer Steindrucktafel
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

'innio? ?

Herkunft des alten Adels in Meklenburg.

§ 2.

Ueber drei hundert Jahre hatte das deutsche Kai-serthum dahin gestrebt, die wendischen Ostseeländerdem Reiche und dem Christenthume zu gewinnen;Ströme Blutes waren geflossen: aber alle riesenmässigenAnstrengungen waren an dem Heldenmuthe des Wen-denvolkes gescheitert. Erst dem gewaltigen Sachsen-herzoge Heinrich dem Löwen von Braunschweig (1147bis 1170) gelang es, durch wiederholte, aufreibendeKreuzzüge, in denen er Ausdauer der Hartnäckigkeitentgegensetzte, die Völker der Obotriten und Wilzenoder Leutizen in dem heutigen Meklenburg unter dasJoch der Liehe zu beugen. Der letzte WendenkönigNiklot. fand im J. 1161 in der Feldschlacht den Helden-tod und mit ihm fiel die letzte Säule des Heidenthumsin Deutschland. Sein Sohn Pribislav erkannte nachmanchen erfolgreichen und nach manchen vergeblichenAnstrengungen, dass es nicht gut sei, wider den Stachelzu lecken: er nahm die Taufe, stiftete im J. 1170 dieAbtei Doberan, bewidmete am 9. Sept. 1171 das me-klenburgisehe oder obotritische Bisthum zu Schwerinund zog im J. 1172 mit dem Herzoge Heinrich demLöwen zum heiligen Grabe; nach seiner Heimkehrlebte er der Ordnung und Wiederherstellung seinerHerrschaft, die erhabenen Arbeiten des Obotriten-Apo-stels Berno schützend und fördernd. Viel mehr ist von