Druckschrift 
1 (1719) Worinnen von der durch Kunst zugerichteten Sphaera, künstlichen und natäürlichen Himmels- und Erd-Kugel, sternen, Planeten, Luft-Zeichen u.d.m.
Entstehung
Seite
238
Einzelbild herunterladen
 

Des dritten Buches vi.

An der untersten Lippe des Wallfisches ist vom eine Höhle / in w''cb.sich der oberste Schnabel / wie ein Messer m die Scheide scncken kan.sind der Meynung/ daß der Wallfisch durch dieses Loch das Wassr a»ziehe/ welches er hernach so hoch als die höchste Thürne find / in die ^öhc vonsich sprühen kan.

4- Oben auf dem Kopffe des Wallfisches siehet man einen erhaben Puckel/welcher zu beyden Seiten ein grosses Blaßloch oder Sprühe hat/ durchweicheer vieles Wasser in die Höhe sprühet. Zwischen denen Lloßfcdern und demPuckel/nahe an dem Ende der Ober.Lippen siehet man des Wallfiches Augen/welche gleich denen MenschcmAugen / mit Augenliedern und Haaren umgebensind. Bey denen meisten sind die Augen über zwey Ellen lang und anderthalbFuß breit. Die Zunge ist 18. Fuß breit / mit Haaren durch und durch besetzet/auf 800. Spitzen ruhend. Von denen blossen Lippen schneiden die Grönlands-Fahrer offt über fünff biß sechstausend Pfund Speck / daraus Thran geniachetwird.

f. Der Kopff des Wallfisches ist nicht recht rund / sondern platt anzusehen.Der Leib ist am vorder Theile am starcksten. Die äuserste Haut ist zart wie einPergament / wovor sie auch an vielen Orten auf denen Knöpffei-Küssen ge-brauchet wird. Unter dieser stecket noch eine dickere Haut / welche aber sehr weichist/und dem Wallfische keinen Schutz wider das Hauen des Schwerdt Fisches/noch wider das Stechen der Lantzen oder Harpunen der Schiffer giebel. Unterdieser sitzet der Speck/ woraus der Thran kommet / und hernach das Fleischwelches man nicht gemessen kan-

6. Die Zunge pflegen die Grönlands-Fahrcr wegzuschmeißen / davon sichder Schwerdt-Fisch sättiget / welcher viel Wallfische tödtet/ damit er dessen Zun-ge bekommen möge.

7. Die Knochen des Wallfisches sind sehr hart wie an denen grösscstenThieren auf dem festen Lande / und mit Marck angefüllet-

8. Die Unter. Lippe bestehet aus zweyen Knochen/ welche wie ein halberMond aneinander liegen / deren einer 20. Ellen lang ist/ auch wohl längn nachProportion des Fisches gesehen wird.

9. Wenn die Wallfische geil werden / so suchen sie eine Meer'Stille/ zwi-schen denen Eißbergen/ da sich denn das Weiblein aus dem Wassr erhebet/ undvon dem Mannlichen vermittelst der Floßfcdcrn gleichsam umarmet / und sol-chergestalt bedienet wird. Sie sollen es offt über eine halbe Stunde miteinandertreiben. Nach zwey Monathen soll der weibliche Fisch zwischen dem OQobccund^nuario einen/ auch wohl zwey Junge in der Grösse einer Kuhe werffen.Diese saugen an der Mutter Brüsten/ die nahe bey der Schaam sitzen / die M'lch'biß sie sechsten fortkommen und sich nähret, können. Die Männliche Ruthe desWallfisches soll offt 8. biß 14. Schuch lang seyn- Wo diese lieget/ da ist on

Le>l>