Druckschrift 
1 (1719) Worinnen von der durch Kunst zugerichteten Sphaera, künstlichen und natäürlichen Himmels- und Erd-Kugel, sternen, Planeten, Luft-Zeichen u.d.m.
Entstehung
Seite
237
Einzelbild herunterladen
 

Von dem alten und neuen Grönlands. »z 7

10. Zu der Zeit des neuen Mondes wird in dem neuen Grönlande der beiruffene Nord-Schein wahrgenommen/ welcher mit seinem Glantze das gantzeLand von Norden gegen Süden beleuchtet. Er hat den Nahmen daher / weiler sich -nsgcmein aus dem Norden her zu ereigen pfleget- Je dunckeler dieNachtist / je Heller ist der Mantz ^ es Nord-Scheins- Er breitet sich in der Lufft wieein grosser Pfahl aus/ schweiftet von einem Orte zu dem andern / und lässeteinen gross n Dampft hinter sich. So bald die Sonne aufgehet / so wird ernicht mehr gesehen. Die Bewegung ist sehr geschwinde/ und wird dieselbigevon einigen dem Satan zugeschrieben. Man hält aber insgemein dafür/ daßer aus denen schweffelichren Dünsten entstehe-

§. Z.

Von dem Wallfisch-Fange bey Grönlandund Spitzbergen.

i.

5AEy Grönland und Spitzbergen werden jährlich in denen MonathenPmio und chilio, von denen Engelländern / Dänen Holländern und Ham-burgern eine grosse Menge wallfische aufgesuchet und gefangen/ vonwelchen der Thran und das Fsschbein gemachct und gebrauchet/ das übrige aberin die See geworffen wird- In manchem Jahre sind dergleichen auf fünft-tausend gefangen worden.

!- Diejenigen Schiffe welche hieher aufden Wallfisch-Fang gehen / werdenGrönlands-Fahrer gencnnet. Die Wallfische sind unterschiedlicher Grösse/und theils i2O- theils 140. theils auch 200. Schuch lang. Ein Wallfisch vonzweyhundert Schuhen / muß insgemein dreyhundert Quartelen Speck geb 'N.Die Zunge eines Walisisches mittelmäßiger Grösse ist achtzehcn Schuch breit.Sie Haben an der Seite keine öi-mckiaz oder Oeffnungen/ sondern an derenStelle eine Lunge/ vermittelst welcher sie durch die Gurgel Athem schöpften kön-nen. Die Grönländische walisische sind insgemein glatt/ andere aber rauch/dergleichen in Ost-Indien zu sehen. Auf dem Rücken hat ein Wallfisch keineFloßfedern / wie andere Fische sondern hinter denen Augen hat er nach der Grös-se seines Leibes prvjzsrriomrrc Floßfedern oder Finnen/ welche sehr schöne mitschwartzen und weiften Strichen gemarmelr sind. Der Schwantz wird meh-rentheils über vier Klafftern in die Breite liegen. Der Köpft ist so groß/daßer den dritten Theil des Leibes ausmachet. An der Leffzen sind vorn oben und. unten kurtze Haare. Die Leffzen des Wallfisches sind wie eine f. krumm gebo-gen / und reichen beynahe biß an die Flvßfedern yinter die Augen dannenhero

ein Wallfisch seinen Rachen auf zehen Eüen weit voneinander auffsperren kan.

Gg z Z.An