Druckschrift 
1 (1719) Worinnen von der durch Kunst zugerichteten Sphaera, künstlichen und natäürlichen Himmels- und Erd-Kugel, sternen, Planeten, Luft-Zeichen u.d.m.
Entstehung
Seite
199
Einzelbild herunterladen
 

Von Beschreibung der Wasser. 199

§. 12.

Von dem Bolch - oder Kabliau-Fang.

l.

Je grosse Banck/wo wanden Bolch oder Kabliau fanget/ ist eine Höheeiner Meer-Tieffe/ so angewissen Orten biß auff 2;. Elen unter derOber'Mche des Wassers/ an andern Orten etwas weniger emporstei-get/ und giebet denen Schiffen Gelegenheit/ daß sie ohne Gefahr darüberDffm können; wodurch sie denn von andern See-Bäncken und Meer-Tieffm

unterschieden wird.

1. Diese grosse Banck ist gegen West-und Süd-West der Jnsul Neulandi gelegen/ und erstrecketsich ihreLänge auff hundertund funfftzig- die Breite aberauff funfftzig Meil-Weges. Der äusserste Theil/ so ihr Erdreich einschräncket/ist ein Meer/ da manmit der Bley-Schnur keinen Grund finden kan. Ob nunwohl diese Banck nichteinerley Z^crkcicm oder Ober-Fläche hat/ und an einemOrte tiefferalS an dem andern ist/ so ist doch jeder Theil dersclbigen flach undeben. Diese Banck ist eine Kl.ppe/ ivelche mit vielen Muscheln/ und kleinen Fi-schen umgeben ist' von denen der Bolch oder Kabliau seine Nahrung hat.

Die Fischer unterscheiden den Bolch/ oder Kabliau in zweyerley Gat-tungen/ nemlich in die grüne/ und in die trockene oder dürre. Den trockenenBolch nennen sie denjenigen/ welcher bequem zum Dörren ist/ und sich lange hält-Dieserwiro zwischen denen Jnsuln clc i'^stum^rivn und L Nrcron gefangen-Der welsse oder grüne aber wird insgemein nach Paris gebracht/ und auff dergrossen Banck gefangen/ deren denn eine so grosse Menge zu finden ist/ daß dieSchiffe kaum daraufffahren können. Die Zeit des grösscsten Fanges ist in demHerbst-und Wein-Monath/ und geschiehet derselbe mit Höltzlein/ die so dickeals ein F der Kiel/und mit einem Angel versehen si id/an welchem man zum An-bisse ein Stückieinvon Bolchs Leber, samt einem Stücklein Hertz stecket/ dessenHaupt einen Glantz von sich greber/welcher den Bolch oder Kabliau/ wenn erdmselbigcn siehet/an sich ziehet/also/daß 'in gurcr F scher derselben drey oder vierhundert in einem Tage fangen wird. Es ist aber dieser F sch-Fang verdrüßlichvno mühsam/ wenn der Fisch in der Banck bleibet/ und nicht oben auf dem Was-ßr schwimmet.

4-D>e Neuländer/(also nennet man di jenige/welche auff den Fisch-Fangausgehen chrmgm alle Jahre auf d-e zwey hundert und funfftzig kleine Schiffean die Frantzösische Küsten/ und muff man sich verwundern/ wie sie diesen Fischvm einen so germgen Preiß/ in Bett achtung oergrossn Unkosten/und der Gefahr/darein si-sich wegen der langen F hrt beg ben/verkauffmkönnen- Dieser Fisch-sangwird durch die s?. Figur vorgestellet.

iK»