Druckschrift 
1 (1719) Worinnen von der durch Kunst zugerichteten Sphaera, künstlichen und natäürlichen Himmels- und Erd-Kugel, sternen, Planeten, Luft-Zeichen u.d.m.
Entstehung
Seite
147
Einzelbild herunterladen
 

»

Von denen Mondfinsternissen/ nach der Meynungder heutigen Sternkundiger.

Mond«Finsterniß ist eine Beraubung des EonnewLichtesan demMond, welches sich aisdenn begiebet/ wenn der Mond voll ist/ und der-gestalt gegen der Sonnen über stehet/ daß er in dem Schatten der Erdendergestalt zu stehen kommet / daß die Erde sich alsdenn schnurgerade zwischen die-sen zween himmlischen Lichtern befindet.

2. Nach em die erwiesen/ daß die Sonne hundert sechs und

stchzigmahl grösser als der Mond sey / so bewähren sie auch / daß der Schattender Erden wie eine Kugel oder Pyramide gestaltet / und daß seine Axe oder seineLange bey nahe 268. halbe Diamcccr von der Erden wäre/ und sich gegen demVcnm Himmet endige. Der Punct dieses Schattens stehet jederzeit gerade indem SonnewCü'cul, Weil nun dieser in zween gegeneinander überstehen-den Puncten/ durch den Circul/ welcher den Lauff des Mondes anzeiget/ abge-schnitten ist/ so wird sich der Mond / wenn er voll ist/ meinem von diesen zweenPuncten b. finden/ und mitten durch den Schatten der Erden gehen / und verfin-stert blechen. Diese zwey Puncte aber/ welche von denen Sternkündigern dasDrachen-Haupt/ und der Drachcn-Schwantz genmnet werden/ haben einesonderbahre Bewegung dergestalt/ daß diese zwey Gestirne/ sich nicht allezeitbey jedem Boll-Mond befinden / dahero kommet es / daß der Mond auff derSeiten des Schattens vorbey gehet / daß er nicht verfinstert wird. Die meh-testen Finsternissen aber begeben sich von sechs zu sechs Monathen.

Hicrbey ist zu beobachten / daß die gäntzliche Mond-Finsternisse nie läwger als vier Stunden/ bißweilen aber/ von wegen der ungleichen Beweaunades Mondes nicht so lange werden. ^ "

4. Der uricmaUsche Theil des Mondes-Kreises wird am ersten verfinsterteder occiäcmchsche aber kommt am letzten von dem Schatten hervor / wie solchesdie z s.Kupffer-Blatte einiger Massen UIuKnret.

)6»

Von denen unterschiedlichen Gestalten welche uns derMond innerhalb Monathö Frist vorstellet.

1.

^Us denen Finsternissen ist zu erkennen / daß der Mond kein eigenes Lichthabe. Es kommt aber der grosse Unterscheid seines Lichtes/ welchesman aufseinem Llut>o gewahr wir.-> / Ui.o sich unter so vielerlei? Gestalten

T; sehen

U' '

l'.