GIIAFES V. WENK Uli IM.
443
Die Grafen v. Wenkheim (Wenckheim) stammen aus einem alten Adcls-geschlechle, welches fiftlher zu eleu fränkischen gerechnet wurde. Nachhandschriftlichen Notizen eines früheren, sehr mühsamen Genealogen,welche jedoch nur als Privatnotizen zu nehmen sind, war Johann Wenk,geh. zu Onolzhach, 1518 Abt zu Heilbronn, Daniel Wenk erlangte 1559vom Kaiser Ferdinand I. einen Wappenbrief, und Auguslin Wenk vom Kai-ser Rudolph II. durch Diplom d. d. Prag, 10. Jan. 1603, den Reichsadelmit dem Prädieale v. Wenkheim. In Bezug auf letztere Angabe darf nichtübersehen werden, dass v. Meding (s. oben) ein Stammbuch besass, in wel-ches sich im Jahre 1602 Wolf Ernst v. Wenkheim eingeschrieben hatte.—Im 17. Jahrhundert sollen Unglücksfälle die Familie getroffen haben undder Adel abgelegt worden sein. Von Johann Albert Wenk, verm. mit Jo-sepha Wiederhold v .Wiedersbach, stammte Johann Baptist, welcher imAnfange des 18. Jahrhunderls als Ilofmedicus in Gratz genannt wird. Ausder Ehe desselben mit Maria Anna Gobieis v. Eggerswald entspross JohannJoseph Augustin Wenk v. Wenkheim, welcher als innerösterreichischer Re-gierungscanzler von der Kaiserin Maria Theresia durch Diplom d. d. Wien,27. April 1748, mit dem Prädicate: v. Wenkheim in den Reichsrilterstanderhoben wurde. Diese Standeserhöhung giebl Megcrle v. Mühlfeld (Ergän-zungsband. S. 223), wie folgt, an: „Johann Joseph Auguslin Wenckh,innerösterreichischer Regierungscanzier, im Jahre 174S Riller iniL EdlerHerr v. Wenckheim." — Johann Joseph Augustin Edler v. Wenkheim warmit Maria Cäcilie Freiin v. Harrucker vermählt, und aus dieser Ehe stammtendrei Söhne: Johann Nepomuk , k. k. niederösterr. Rath, Joseph und FranzXaver , welche vom Kaiser Joseph II. durch Diplom d. d. Wien, 18. Dec.1 776, in den crbländischen Freiherrensland erhoben wurden: eine Er-hebung, welche Megerle v. Mühlfeld (Ergänzungsband. S. 1 13), wie folgt,anführt: Wengkheim, Edle von, Brüder Johann Baptist, Joseph und FranzXaver, Freiherren im Jahre 1776. — Später erhiellcn zwei der genanntenReichsfreiherren, Joseph und Franz Xaver , durch Diplom d.d. Wien, 7. April1781, auch den ungarischen Freiherrenstand mit dem Indigenate, und Er-slerer, Freiherr Joseph , k. k. Feldmarschall-Lieutenant und Inhaber einesungarischen Infanterie-Regiments, gest. 5. Sept. 1803, wurde vom KaiserFranz II. 9. April 1802 „wegen 53jähriger Mililairdienste" in den Grafen-stand erhoben.
Die jetzigen Glieder des gräflichen Hauses sind Nachkommen des Gra-fen Franz — Sohnes des Grafen Joseph — gest. 13. März 1838, k. k. Käm-merers, aus der Ehe mit Barbara Gräfin Pälffy — Schwester des GrafenFranz vom jüngeren Aste des jüngeren Zweiges (s. S. 296) — geb. 23. Juli1787, verm. 2. Mai 1808, jetzt Witlwe, und der ältere Sohn aus dieserEhe ist das jetzige Haupt der gräflichen Familie:
Graf JOSEPH; geh. 9. Sept. 1809, k. k. Kämmerer, verm. in ersterEhe, 7. April 1834, mit Maria Gräfin Niczky, geb. 21. Nov. 1812, gest.7. April 1837, und in zweiter, 10. Nov. 1838, mit Stephanie v . Jancovics,geb. 16. Dec. 1814. Aus erster Ehe leben Graf Julius , geb. 6. Aug. 1835,und Gräfin Stephanie , geb. 27. März 1837. — Die drei Brüder des GrafenJoseph sind: Graf Carl , geb. 24. Febr. 1811, k. k. Kämmerer, verm.