GRAFEN V. TATTKMIACII.
roth. Von den leiden Seitenschilden ist der rechte sclirägrechts getleilt. Dasobere Feld ist rot Ii, mit einem silbernen, doch nicht gewöhnlich, sondern tust inForm eines etwas schrägstehenden lateinischen S gebogenen Horn, welches dieStürze oben gegen den rechten Winkel kehrt und in der Mitte eine gegen denlinken Oberwinkel sich wendende, einmal geschlungene Schnur zeigt. Das untereFeld ist silbern, mit der, nach Beschaffenheit des Feldes, sclirägrechts liegenden,rechten Stange eines rothen, siebenendigen Hirschgeweihes. Auf dem gekröntenHelm sind die Wappenbilder des Schildes, die Stange des Hirschhorns und dasHorn, neben einander aufgerichtet. Die Helmdecken sind silbern und rotli. DasSeilenwappen zur linken Hand zeigt im silbernen Schilde, so wie auf dem gekrön-ten Helm einen halbabgehauenen, rechtsspringenden, rothen Steinbock, auf dessenKopfe man nur ein auf dem Rücken zurückgebogenes, langes Horn sieht. DieHelmdccken sind silbern und roth. — Abdrücke von älteren Petschaften der Fa-milie zeigen einen der Länge nach und zweimal quergelheilten, also 6 fcldrigenSchild mit Mittelschild. Mittelschild und Feld 1 — 4 sind wie oben beschriehenund abgebildet. Feld 5 enthält den Schild des rechten und Feld 6 den des linkenSeitenwappens. Auf dem Schilde stehen fünf gekrönte Helme. Der rechte Helmträgt den Helmschmuck des oben angegebenen rechten Seitenschildes, und derlinke den des linken Seitenschildes. Der zweite, mittlere und vierte Helm tragenden Schmuck des abgebildeten Wappens.
Sehr alles und angesehenes, ursprünglich österreichisches Geschlecht,welches aus Oeslerreich nach Bayern gekommen ist und sich zu seinemStammsitze das längst in Ruinen zerfallene Schloss Taltenhach (TäUenbach,Tetlenbach), 4 Meilen von München, erbaut hat. Die Stammreihe desselbenbeginnt ßucelini mit Otto Tätlenpeck, Ritter in Teilenbach, 1280. DerSohn desselben, Ottocar , kommt als Herr auf Tetlenbach und Lichtenauum das Jahr 1310 vor. Von Ottocars Urenkel, Ortolph , Ritter, stammteals Urenkel Hans , Riller, der Kaiser Carl V. und Ferdinand 1. Rath, Oberstin Croatien und Hauptmann zu Gurck in Kärnten, und von Letzterem ent-spross Sigismund, dessen drei Söhne, Johann Ciiristopii, Wolfgang Fried-rich und Gotthard , drei besondere Linien stifteten, die ältere bayeri-sche, die jüngere bayerische und die voiglländisch e Linie.Aus der von Johann Christoph gegründeten älteren bayerischen Linieerhielt des Stifters mittlerer Sohn, Wilhelm , gest. 1661, zuerst Oberkam-merherr des Erzherzogs Leopold Wilhelm, später k. k. Geh. Rath, Gross-prior des Johanniterordens etc. von dem erwähnten Erzherzoge, als Bischofzu Halberstaat, die dem Stifte nach mit Johann Ernst 4. Juni 1599 erfolg-tem Erlöschen der alten Grafen v. Rheinslein zurückgefallene HerrschaftRheinslein (Regenstein) im Harze als Lehen, welche derselbe bei seinemTode mit seinen anderen Gütern den Söhnen seines älteren Bruders Gott-fried hinlerliess. Gottfrieds älterer Sohn war der bekannte Johann Erasmus,k. k. Statthalter in Steiermark, welcher sich in die Verschwörung der un-garischen Grafen Zrini, Nadasd und Frangipani einlicss und, verralhen vonseinein Kammerdiener, 1671 mit seinen ungarischen Freunden und Ver-wandten enthauptet wurde. Die Güter in den Erblanden zog Kaiser Leo-pold I. ein, die Grafschaft Rheinstein aber nahm als verwirktes Halberstäd-lisrhcs Lehen Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg in Besitz. Durchdie Nachkommen des Bruders des Johann Erasmus, Gottfried Wilhelm,kurbayer. Raths und Ober-Stallmeisters, hat diese Linie bis zum Jahre 1802fortgeblüht, in welchem dieselbe 19. November mit Joseph Ferdinand,kurbayer. Obersl-IIofmeister und Minister, erloschen ist. — Die von Wolf-