310 GRAFEN VON REM BRÖLE, GENANNT PLATER.
Livland eine oft hervorragende Rolle, ist aber jetzt, im freilierrliehen Stande,nicht zahlreich vertreten, was auch von dem kurischen, ebenfalls freilierr-liehen Zweige gilt. Dagegen hat der polnisch-livländische Zweig zuNcdentzin vielen Aesten seine Besitzungen über das ganze Polen ausgedehnt undgelangte zu hohem Ansehen. Von der Mille des 17. Jahrhunderts an sassenimmer gleichzeitig mehrere Glieder des Geschlechts als Wojwoden, Sla-roste von Dünaburg und Canzler der Reichs im polnischen Senate. — Dieununterbrochene Stammreihe des Geschlechts beginnt mit Friedrichv. d. Brole, gen. Plater, Herrn auf Weissensee, Maditten und Nederitz. Vondemselben stammte Johann , um 1523 mit einer v. Krüdener vermählt, undvon diesem Friedrich , vorm. mit Margaretha v. d. Dahlen aus dem HauseTaurup. Von den Söhnen desselben, Johann, Heinrich und Fabian, wurdeder jüngste bei der Erbschal'tslheihmg 1533 mit Geld abgefunden, derälteste pflanzte mit Barbara v. Ungern-Slernberg den Zweig auf Weissenseefort, und der mittlere, Heinrich , Herr auf Nederitz, venu, mit Margarethav. Plate, wurde 1537 vom Heermeister Wennemarv. Bruggcney, gen.Hasen-kamp, noch mit anderen Gütern im Dünaburgischen belehnt. Der gleich-namige Sohn desselben, Heinrich , venu, mit Magdalena v. Tieseiihausen,erhielt 1558 vom Heerineisler Wilhelm von Fürslenberg eine Belohnungüber die Gitter, welche Wilhelm Stroniberg im Dünaburgischen besessen,und welche nach dessen Tode an Heinrich v. d. Bröle, gen. Plater, gefallenwaren, und die Belehnungs-Urkunde dehnt das Erbrecht,an diesen neu an-gefallenen, sowie an den 1537 verlehnten Gütern auch auf die weiblicheNachkommenschaft, und, im Falle gänzlichen Aussterbens der letzteren, aufdie Agnaten des Namens v. Plater aus. Die Gitter dieses Heinrichs erhieltder Sohn, welcher ebenfalls Heinrich hiess. Dieser, von 1620— 1636Ritterbankrichter von Kurland, wurde in Folge der Ahnenprobe von 16Ahnen, mit seiner Familie in die erste Classe der notorisch reichsfreien,ritterschaftlichen Familien eingetragen, und erhielt durch Vermählung mitMaria v. ICnorre, Erbtochter des Ernst v. Knorrc, die Güter Wilgalen, Jatelnund Fehzen. Zwei Söhne desselben, Gotthard , Herr auf Nederitz, Wingalenund Fehzen, und Wilhelm pflanzten den Stamm fort, Ersterer in der pol-nisch-livländischen, Letzterer in der samogitischen Linie. Gotthard erwarbzu den väterlichen Gütern noch die Güter Iloloty, Pakowszozyzna undRund-ziszki, vermählte sich mit Hedwig Elisabeth v. 'Piesenhausen, und starb1668 als polnischer Major. Der Sohn desselben, Johann Heinrich , gest.1705, Starost von Dünaburg und nachher Wojwodc von Livland, trat zurkatholischen Kirche über, kaufte zu den Gütern des Vaters noch Anlonosz,und erhielt durch Vermählung mit Luise Maria Freiin v. Grotthuss die GüterRuendal, Schwirkaln und Plonian. Von den sechs Söhnen desselben setzteder zweite, Johann Ludwig , und der jüngste, Fabian , das Geschlecht fort,Johann Ludwig wurde 1708 Slarost von Dünaburg und 1755 Wojwodcvon Livland. Demselben folgte der Sohn aus der Ehe mit Rosahe llrzo-stowska, Konstantin Ludwig , Grossvater des Grafen Eduard (s. unten).Fabian , Oberst in der polnischen Armee, war zweimal vermählt, hinterliessaber nur aus erster Ehe mit einer Tochter des Fürsten Puzynna, Wojwodenvon Mscislaw, Kinder, und namentlich zwei Söhne, Johann Ludwig und