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3 (1854) A - Z
Entstehung
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309
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CltAl'K.N VON DKJI DltÖLE, GENANNT PLATE«.

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Schalierts Voüst. VV.-li. des ktirlätidisclien Adels (11ft. 4. Tab. 248 des ganzenWerks), und eben su ist, bis auf die Gral'enkrone in dem genannten Wappenbuclieauch das Wappen derer v. d. Broel, genannt Plater, dargestellt. Auf Abdrückenvon alleren" I'etschaftcn der Familie v. l'latcr finden sich im Schilde die angegebe-nen Balken, und auf dem gekrönten Helme steht ein offener Adlerstlug, dessenFlügel mit drei Querbalken belegt sind. Der darüber gezogene Balken liegt aufdem rechten Flügel schrägrechls, auf dem linken scbraglinks. Das Gen. Taschen-buch der gräfl. Mauser, welches sonst über das grill). Haus Angaben mittheilt,welche wohl aus der Familie selbst gekommen sind, beschreibt (1854. S. 574)das Wappen, wie folgt: in Roth drei silberne Querbalken mit einem darüber ge-zogenen, blauen Querbalken. Heber der Grafenkrone auf dem gekrönten Helmedrei Straussenl'edern, rollt, weiss, blau. Diese Beschreibung stimmt nach "Obigemmil Schuberts Wappenbuch des kurländ. Adels nicht, und doch ist wohl letzteresWerk für die sicherste Quelle zu halten. Uebrigens ist diese Beschreibung heral-disch gar nicht zu verstehen, da über drei Querbalken sich kein Querbalken, son-dern nur ein Scbrägbalken, oder ein Pfahl, welcher hier nicht in Uede kommt.ziehen kann. Für die Richtigkeit der eben genannten Tincturcn und des llelui-schmuckes leistet die gesummte bekannte heraldische Literatur nicht die geringsteGewähr. Eben so sind wohl Petschafte, welche im goldenen Schild drei rotheQuerbalken mit einem über den Schild gezogenen, schräglinken, rollten Balkenzeigen, fehlerhaft gestochen. Den Schild bedeckt auf denselben nur die Grafen-krone, und die Schildhaltcr sind zwei einwärtssehende Löwen.

Seltr alles, angesehenes, weil verzweigtes und reich begütertes, ur-sprünglich weslpitälisclies Geschlecht, dessen älteste Stammsitze das SchlossBröl, und nachher das Schloss Westhemmerde, beide im Kirchspiel Hem-nterde, im Amte Unna in der Grafschaft Marek, sind. Humpertus Platerkommt urkundlich 1210 vor, hnhhert 1274, Anton dePlatern, miles, 1276,Dietrich und Conrad, Gebrüder v. Pialer, 1298, Wilm van dem Bride 1325, I Jan von dem Broyle 1374. Spätere Urkunden ergehen den zusammen-gesetzten Namen : v. d. Bride, genannt Plater, ohne dass man den Grund dieserZusammensetzung genau angehen kann. So findet sich Billiger v. d. Brille,genannt Plater, indes, urkundlich 1392, Friedrich v. d. Brille, gen. Plater,1119 und 1426, und Rotiger v. d. Brille, gen. Pialer 1467. Im Jahre1659 erlosch das Geschlecht mit Hermann v. d. Bröle, gen. Pialer, inDeutschland, blühte aber um so zahlreicher in Kurland und den übrigenOstseeprovinzen fort, in welche sich schon sehr früh Glieder der Familiegewendet hatten. In den genannten Provinzen erscheint zuerst 1306 AlbertPlater als Gomthur zu Wenden, und Wennemar Plater 1430 als Vogt zuGrobin. Friedrich v. d. Bröle, gen. Plater, wurde 1463 und 1177 mitGütern hei Grohin und Goldingen in Kurland belehnt. Derselbe erwarb1499 die Güter Weissensee und Maditten im Erzstifte Riga, und wenig-stens eben so alt ist der Besitz der bedeutenden Güter Nederitz, Isnauda,Tönnisliof etc. hei Dünaburg im jetzigen poln. Livland. Seil Ende des15. Jahrhunderts war Friedrich des Erzhischofs zu Riga Vogt zu Koken-husen und kommt als solcher noch 1523 vor. Desselben Bruderssohn,Johann, war unter dem berühmten Heermeister Wolter v. Plettenberg,Landmarschall des deutschen Ordens in Livland. 1533 theilten Johann undHeinrich, Gehrüder, die väterlichen Besitzungen so, dass Heinrich die Dt'inaburgisehen, Johann die Rigaischen erhielt. Die Nachkommenschaft des Letz-teren erwarb später noch die Güter Fölks, Teililz und Ivioma im Dörptschen,spielte später in der Geschichte des an Schweden gelangten Anlheils von