Druckschrift 
3 (1854) A - Z
Entstehung
Seite
165
Einzelbild herunterladen
 

GRAFEN V. HELLDORF.

Grafen v. Helldorf.

©»angclifd). fJrcufkn.

Besitz: in der Provinz . Sachsen dos Rittergut Wollinirstädt im Kreise lickartsherga und dasRittergut Runsl/idt iin Kreise Merseburg.

Wappen: im silliernen Felde der vordere Tlteil eines nach der rechtenSeite springenden, hall) abgehauenen grauen Maulthieres. (Jeher der den Schilddeckenden gräflichen Krone erhebt sich ein Hehn, aus welchem das Maulthier desSchildes aufwächst. Die Helmdeckcn sind silbern und roth. So beschreibt v. Me-ding (II. S. 242), abgesehen von der Grafcnltrone, das Stannnwappen. Die De-claration zu Siebmachers W.-B. Bd. 1.153 giebt, anstatt eines Maulthieres, einen grauenEsel, unten das Fleisch roth, an, und demgemäss setzt auch das Geneal. Taschen-buch der grafl. Häuser (1853. S. 294) in den Schild die obere Hüllte eines sprin-genden Esels natürlicher Farbe.

Eine der ältesten und vornehmsten sächsischen Familien, welche sichweit ausgebreitet und grossen Grundbesitz erlangt hat, und durch die Glie-der des Geschlechts zu hohem Ansehen gekommen ist. Ulrich v. llelldorfschloss sich 1147 seinem Landesherrn, Conrad dem Grossen, Markgrafenvon Meissen an, als dieser mit Kaiser Conrad 111. gegen die Saracenen zog.Von den späteren Gliedern der Familie geben Seifert, Gauhe und ValentinKönig einen Urenkel Sebastians v. llelldorf, Hans, Herrn auf Gostewitz undlleussen, an, welcher, mit Helene v. Göhren aus dem Hause Dönhoff in Preus-sen vermählt, drei Söhne, Sittig, Hans (II.) und Georg, hinterliess. Georgmachte (Möller, Denkwürdigkeiten aus der Geschichte des deutschen Adels,Merseburg, 1822) im Jahre 1481 einen Feldzug in Ungarn gegen die Tür-ken mit, wurde gefangen und lebte 22 Jahre in der Sclaverei. Endlich be-freit kehrte derselbe zurück und fand das väterliche Erbe getheill, als eraber erkannt worden war, trat ihm der ältere Bruder, Sittig, welcher imLande der Mutter einreicher Baron" geworden war, sogleich freiwilligvon seinem Antheile die Güter Näthern und Beussen bei Zeitz ab. DerUrenkel des Hans IL, Georg, Herr auf Costewitz, Kieritzsch und Zelsdorff,war gräflich Hanau'scher Hofmeister. Von diesem stammte Hans Heinrich,