Bis in die ersten Nachmittagsstunden dehnte sich der fidele Kater-frühschoppen aus. Dann aber schlug für einen nach dein andern die un-erbittliche Abschiedsstunde. Zuerst für die, welche die Eisenbahn entführte,geraume Zeit nachher — denn beide Schiffe hatten sehr viel Verspätung —für die, welche den Rhein nach Rüdesheim hinaus oder nach Bonnhinunterfuhren. Zu den letzteren gehörte mit den meisten andern derSchreiber dieser Zeilen, und er könnte von der fröhlichen Thalfahrt nochmanches erzählen, so, daß Kuhlmann mit einem mächtigen Horn volledlen Weines die Runde machte und auch den sprödesten Backfisch daranzu nippen veranlaßte, daß man dem Kapitän eine begeisterte Ovation fürdie vortreffliche Führung des Schiffes darbrachte und einer alten englischenAovsrness den Hof machte — doch wir wollen's hier genug sein lassendes grausamen Spiels!
Jankbar aber sei an dieser Stelle erwähnt, was der Burschenschaftaus Anlaß des Festes an Geschenken zuging. Da sind zu nennen einprachtvoller Pokal von Adami — er ist bereits würdig eingeweihtworden — und drei nicht minder prächtige gestickte Schärpen von einerAnzahl Damen der Burschenschaft. Ferner vom Sohn Hoffmanns vonFallersleben ein Autograph seines Vaters, von Herrn Kaufmann Diecker-hoff Hoffmanns von Fallersleben gesammelte Werke, und reiche Zu-wendungen zu unserer Bücherei von Hartmann in Hamburg und Günther.Herzlichen Dank den gütigen Spendern auch an dieser Stelle!
Auch ein Gedicht, das Prof. von Psister-Schwaighusen der Burschen-schaft widmete, möge hier noch seinen Platz finden:
Seit cilten Tagen ruhet am Rheine mancher Hort,
Nicht nur in tiefem Bette, da unbekannt deS Ort;
Auch Sonnen klar am Ufer, gleich seiner Trauben Licht,
Das rings durch aller Reben grün-dunkles Laub sich bricht.
Ihr ahnet, was ich meine, ist Gold der Wissenschaft,
Ein Zeugnis deutsches Geistes und deutscher Seelen Kraft,
Hier ward es ausgemünzet, wird täglich noch geprägt,
Daran man uns erkenne, und unfern Adel wägt.
Nicht Tand in gier'gem Trachten um eitler Welte Ruhm,
Ihr schürfet in den Schachten der Weisheit Heiligtum.
Das wird ja nie verloren wie Nibelungisch Gold,
Darüber nach der Sage des Stromes Woge rollt.
Nein, Schätze eures StrebenS die halten immer Stand,
Die leben fort und weben für deutsches Vaterland.
Für Volkstum, Freiheit, Ehre und heimatlichen Herd,
Für alle solche Güter, die uns'rer Edeln wert.