348 Meklenburgischc Linie.
„zu haben, erregte in der schwedischen Armee solche„Entrüstung, daß sich der Hauptmann v. Oertzen„nach Mecklenburg begab, da er, seiner Aeußerung nach,„sich nicht getraute, ohne Königliches sicheres Geleit zu„seiner Armee zurückzukehren."
Einen ziemlich klaren Blick über den Hergang gönnendie gleichzeitigen Zeitungen. Der erste Bericht aus unmittel-barer Nähe von preußischer Seite in der SchwerinschenZeitung, 1759, 3. Stück, 6. Januar (wieder abgedruckt indem Rostocker Ezstract der Neuesten Zeitungen 1759, 3.Stück, 8. Januar), lautet noch ganz ruhig folgendermaßen:„Auszug eines Schreibens aus Ribnitz vom 1. Januar.„— — Des Morgens früh wurde der Commandeur der„Besatzung aufgefordert, und bey erfolgter Verweigerung„fingen die Batterien an zu spielen. Nach einigem Wider-stände wurden die Stadt und Schanze unsern Truppen —
— — übergeben. "
Die ungünstige Beurtheilung v. Oertzen's kam ausdem schwedischen Heerlager in Stralsund selbst, in welchem,wie man klar durchsieht, „Uneinigkeit" herrschte und beieigenem Versäumniß alle Schuld auf v. Oertzen geworfenward. In einem Schreiben aus Stralsund vom 8. Januarin der Schwerinschen Zeitung, 1759, 9. Stück, 17. Januar(wieder abgedruckt in dem Rostocker Extract der NeuestenZeitungen, 1759, 6. Stück, 9. Januar), heißt es:„Stralsund, vom 8. Januar. Den Isten dieses attaquirte„der Feind Damgarten, wohin der Capitain v. Oertzen„vom Löwenfeldtschen Regiment mit 150 Mann von den„Stralsunder Garnißon- Regimentern, nebst 199 Mann„Westerbothnern, commandirt war. Ungeachtet dieser Paß mit„einer vollkommen starken Redoute versehen, welche auch„die heftigste Kanonade entgegennehmen konnte, auch in den„Stand gesetzt war, daß man ihn wenigstens 3 Tage„hätte vertheidigen können, so hat doch bcmeldeter Capitain„mit dem Feinde zu capituliren angefangen, wie dieser nur„die ersten Schüsse gethan, — — — worauf denn — —
„die Garnison einen freyen Abzug erhalten. Und
„hiemit hat er dem Feinde den Paß überlassen. Durch