ZZ4 Meklcnburgische Linie.
man von Neuem, i) Wieder zeigten sich die fürstlichen Ver-trauensmänner auf dem Landtage, und bald schien Allesim besten Flusse zu sciu. Darf man einen: Gewährsmanntrauen, so hat Herzog Christian Ludwig ein Lebehochdarauf ausgebracht, daß schon die nächste Stände-Ver-sammlung sein Bruder einberufen möge.
Unter den als besonders vcrtrauenswcrth Bezeichnetenfinden sich, neben dem v. Ocrtzen auf Helpte „zu Neu-„brandcnburg", d. h. Wohl Henniug Ernst II. (s. S. 65),auch genannt der Hofmarschall und der Major v. Oertzen„von Gerdcshagcn", also Jaspar (V.) und JoachimWerner, die Söhne Hclmuth Friedrich's auf Noggow.Darum wird auch der „Landrath v. Oertz", der bei dieserGelegenheit sich entgegenkommend erwies, Wohl HclmuthFriedrich sein, und nicht Sievert auf Vogelfang. Denn alsv. Plüskow, wie man Wohl sagen darf, das Vcrsöhnungs-Project durch eine Intrigue sprengte, waren die VertrautenKarl Leopold's auch auf Sievert sehr schlecht zu sprechen.Er sollte sie mit „Quackeleien" regalirt haben; v. Plüskowfreilich wurden von ihnen dircct „faule Sachen" vorge-worfen. Es ist hier nicht die Stelle zu erörtern, in wieweit diejenigen aus den Ständen, welche auch diesmal diefriedfertigen Pläne vereitelten, landesfeindlicher Gesinnungzu zeihen sind. Wenn diesmal Sievert v. Oertzen und v.Plüskow wieder einigermaßen auf derselben Seite zu stehen
') Eingehenderes über die Thätigkeit des Oberstlieutenants b.Blücher, besonders in Hinsicht des, wie es scheint, nicht geradeloyalen Verfahrens des Landrathcs t>. Plüskow, den jener zngewinnen dachte, s. bei Wiggcr, o. Blücher II, S. 18? ff. — JoachimWerner v. Ocrtzen, damals zu Rostock stehend, war gegen Weih-nachten 1746 an einem „Flußfiebcr" ziemlich heftig erkrankt unddadurch verhindert, von Klcin-Nicnhagcn herein zu kommen und dieAnsgleichs-Vcrhandlungcn zn fördern, wie man ihm sonst zutrauctc.Man schlug Karl Leopold vor, ihn zum Major zu befördern, unddadurch zu gewinnen; die Absicht war wohl, die sämmtlichen fremdenTruppen, bei welchen ja auch Joachim Werner stand und derenMannschaft zum bei weitem größten Theile in Mcklcnbnrg ange-worben war, in des Herzogs Dienste zn ziehen und mit ihnen vorAllem Rostock zu besetzen. Besonders zielte man auf Major v.Uhder, den wir (S. 6S) als Freund Joachim Werner's kennengelernt haben, eben so wie den v. Oertzen auf Helpte.