330 Meklenblirgische Linie.
gerecht zu sein, darf aber auch nicht verschwiegen werden,daß übereinstimmend Sievert wie Helmuth Friedrich v.Oertzen des Argwohns gedenken, den sie von ihren eigenenStandes- und Parteigenossen zu erfahren hatten. Hättendie, sagt der eine, „erst einen subsong auf ihn gefaßt,„wäre er inoapabls", die Interessen des Herzogs zu fördern.Auch Helmuth Friedrich sprach es aus: „daß ihm seine„Oompagnions sehr ans dem Fuße lauern und ihm gar„nicht paradox d. h. orthodox ? —) holten;" er habedaher sich vorzusehen, daß nicht „vorgebuchte meclwonto„Seelen Ursache haben, ihn zu blamiren."
Man sieht, wie tief, Wohl unter dem Einflüssewelfischer Intriguen, das bsllnm omninin oontra oinnossich bereits eingenistet hatte. Man kann bisher kaumsagen, wer die Seele der unversöhnlichen Gegenpartei war,welche durchaus nicht so sehr die Majorität im Landebesaß, als sie draußen auszustreuen versuchte. Dochdeutet Verschiedenes darauf hin, daß schon damals derLandrath v. Plüskow 0 einen vorwiegenden und der Ver-einbarung zwischen Fürst und Ständen nicht günstigenEinfluß übte. Nachdem die beiden v. Oertzen zu Land-räthen ernannt und dadurch in engere Berührung mit ihmgekommen waren, fällt die verschiedene Stellung auf, inwelcher sie sich v. Plüskow gegenüber, damals Vorsitzendemdes Engern Ausschusses und offenbar Führer der Autonomie-Partei, befinden und an denen sich Wohl die Verschieden-heit des Naturells jener am besten auseinanderlegt. DaßHelmuth Friedrich v. Oertzen jemals in ernste Differenzenmit v. Plüskow gerathen sei, davon ist wenigstens bishernichts bekannt; dagegen hat Sievert, dessen „heftiges Ge-„müth bei sonst guter Einsicht" sein Zeitgenosse DavidFranck (s. dessen A. u. N. Meklenburg XIX, S. 13) be-zeugt, einen harten Strauß mit v. Plüskow auszufechten gehabt.
Vielleicht war es schon persönlicher Ehrgeiz, der beideaneinander gerathen ließ. Im I. 1729 war Sievert v.Oertzen „durch überlegten Entschnß" der Landstände zur
') Hans Albrecht (II.), auf Bclitz e. p. Sein Bruder HermannOtto war nacheinander vermählt mit zwei Damen v. Oertzen ansdem älteren Hanse Hclptc (s. Bd. III, S. 304 n. 311).