Meklenburgische Linie.
von der Heimath; den Vater führte eine neue Wirksamkeitnach Parchim, und Ludwig wurde consirmirt, um (zuJohannis) das Werdersche Gymnasium in Berlin zu be-ziehen. Ihn begleitete, wenn nicht sofort, doch bald, seinnächstjüngerer Bruder Gustav, den kurz darauf als jungenOfficier in einem Berliner Regimente der Tod ereilte. IhreLaufbahn trennte sich also nach Absolvirung der Schule,denn Ludwig bezog nach bestandenem Abiturienten-Examendie Universitäten Göttingen, später Berlin, um sich demStudium der Rechte zu widmen. Auch ihm ertheilte, wieseinen älteren Brüdern, der Großherzog Friedrich Franzdie Expectanz auf Beschäftigung im Staatsdienste; inFolge dessen kam Ludwig v. Oertzen nach bestandenemExamen als Auditor an das Domanial-Amt Bukow(2. Februar 1826).
Bereits in jüngeren Jahren hatte der Stand seinerGesundheit zu Befürchtungen Anlaß gegeben. Die früherenSymptome müssen sich von Neuem eingestellt haben, dennbald beantragte Friedrich v. Oertzen die Versetzung seinesSohnes an das für seine Gesundheit zuträglicher erachteteAmt Doberan. Schon im Sommer 1826 konnte Ludwigsich dorthin verfügen und ist bis 1830 daselbst thätiggewesen. Bald galt er als „ein geschickter, thätiger undsehr brauchbarer Arbeiter" und wurde daher von derKammer dem Großherzoge dringend empfohlen zur Unter-stützung des kränklichen Drosten v. Lowzow in demwichtigen und schwierigen Domanial-Amte Ribnitz-Hirsch-burg. Im Sommer 1830 siedelte also v. Oertzen alsAmtsmitarbeiter mit beschränktem Votum dorthin über.Im Frühjahre 1833 zum dritten Beamten (mit dem Cha-rakter: Amtsverwalter) -ernannt, entwickelte er eine um-fangreiche und fruchtbare Thätigkeit und zog die Aufmerk-
„Besuche und Ausfahrten machten die jungen Leute mit ihrem Oheim„in königlicher Equipage." — Es ereignete sich, daß eben währendihrer Anwesenheit König Ludwig XVIII. starb (16. September 1824).„Die mit diesem Ereignisse und mit dem Thronwechsel verbundenen„Feierlichkeiten brachten eine große Aufregung der Bevölkerung hervor„und boten dadurch viel Stoff zur Beobachtung und wirkten bleibende„Eindrücke."