Haus Gorolv. 293
Töchter, von denen bei ihrem Tode noch 6 am Lebenwaren.
Diese Verhältnisse erklären es, daß er bald auf seineWiedervermählung Bedacht nahm. Am 12. December1811 verlobte er sich zu Schwerin mit Marie PhilippineJosephine Karoline v. Moltke a. d. H. Walkendorf.Am I.April 1812 erhielt er Dispcnsation vom öffentlichenAufgebot, nach geschehener Auseinandersetzung mit seinenKindern erster Ehe, und am 7. April beging er seineHochzeit. — Das Haus, aus welchem Karoline v. Moltkestammte, ist uns bereits Wohl bekannt. Friedrich's v. OertzenVatcrschwester Marie Dorothea Margarete (Z 392) wardie erste Frau des Eberhard Friedrich Ehrenreich v. Moltke;ans dessen zweiter Ehe mit Jda (Margarete Ernesta)v. Raben a. d. H. Rederank wurde Karoline am I.December1781 zu Walkendorf geboren. Schon in frühester Kindheithatte sie ihren Vater verloren, und zwar an den Folgeneiner Erkältung, welche er bei ihrer Taufe in der Kirchezu Walkendorf sich zugezogen hatte. An ihrer Hand fandOertzen Muth und Kraft, die Mühen seiner neuen, fastunwillkommenen Stellung zu tragen.
Als Regierungsrath erfüllte er mit der gewissenhaftestenStrenge seine Pflichten; aber der Beruf war ihm bei seinemDiensteifer nicht lieb, da er nur zu oft „unübcrsteigliche„Berge" vor sich sah. Er betrachtete es daher „als eine„Gnade Gottes und seines verehrten Landesherrn, nach„einer zehnjährigen verdrußvollen Dicnstperiode mit Ehre„in eine andere Laufbahn versetzt zu werden, welche ihm„erwünschter" war und ganz zusagte. Nachdem im Jahre1818 in Gemäßheit der am 1. Juli 1818 publicirten, vonihm selbst verfaßten und vielen Mängeln der bisherigenRechtspflege Abhülfe schaffenden Ober-Appellations-Gerichts-ordnung das Ober-Appellationsgericht für Mek-lenburg zu Parchim errichtet war, ward er am 1.Octobcr 1818 für die Eröffnung des Gerichtshofes zumPräsidenten dieses höchsten Gerichts bestellt. Friedrichv. Oertzen war jetzt ganz an seinem Platze und erwarbsich ein Menschenalter lang die größten Verdienste umdas Vaterland. „Die allgemeine öffentliche Stimme be-