Druckschrift 
4 (1886) Der mecklenburgischen Häuser und der älteren Zweige des Hauses Alt-Helpte neueste Geschichte, von etwa 1700 bis zur Gegenwart
Entstehung
Seite
270
Einzelbild herunterladen
 

270 Meklcnlmrgischc Linie.

Diese Euren haben ihn denn auch die schweren Jahreder französischen Occupation überstehen lassen. Aber dieFreude, daß der „Tyrann" gänzlich zn Boden geworfensei, wurde bald abgelöst durch das Gefühl, daß seine ab-nehmenden Kräften der Schonung bedürftig seien. 80 Jahrealt, erbat er im J. 1816 vom Landesherrn eine Beschränkungseiner Thätigkeit als Oberhauptmann durch Abnahmeder Aemter Bukow und Nedentin. „Wehe thut es„mir, sie zu verlassen, zumal, da ich weiß, daß Beamte,„Pächter und Unterthanen mich auch nicht gern verlieren.„Allein, die Natur fordert ihren Zoll, ich muß gehorchen."In den gnädigsten Ausdrücken ist ihm seine Bitte gewährtworden.

Bis in sein hohes Alter hinein konnte es nicht fehlen,daß die Zeit des vielerfahrenen und hochangcsehenen Mannesauch durch Privatleute in Anspruch genommen wurde. Esist (Z 242 und 246) berichtet worden, wie er seiner Zeitdas verwaiste Haus Roggow stützen half, den Kindern undEnkeln seines Mutterbruders Jaspar V. v. Oertzen einSchützer und Berather ward. Und ebenso für viele derSelbständigkeit ermangelnde Personen.—Als Lohn der Vor-sehung für solche Opfer an Zeit und Mühe durfte er esansehen, wenn die Sprossen seines Hauses ihm nur Ehreund Freude machten. Zwar sind von seinen 8 Kinderndie Hälfte in ganz jungen Jahren ihm wieder entrissenworden. Aber seinen Sohn Friedrich hat Claus Dctlvfnoch in den höchsten Würden bei ungewöhnlich jungenJahren gesehen. — Der andere ihm gebliebene Sohn kehrtenach längerem Dienste in fremden Heeren l808 in dieHeimath zurück, und die Gnade des Landesherrn gewährteden Wunsch des greisen Vaters, der ihn gerne in derDomanial-Verwaltung und unter seinen eigenen Augenbeschäftigt sah. Als derselbe (1809) beim Amte Güstrvwals ordentlicher Beamter angestellt wurde, theilte HerzogFriedrich Franz I. solches „seinem" Geheimen Rathe v. Oertzenmit „zu der Ueberzeugung, wie bereit Ich sei, Ihnen

versäumt, Beobachtungen über Land und Leute zu sammeln, besonderssoweit sie Verwaltung und Wirthschaft anlangen. Alles das suchteer zum Frommender Heimath und seiner Schutzbefohlenen zn verwerthen.