Haus Gorow. 269
Der Oberhauptmann v> Oertzm war auch ein Freundund Beförderer der Künste- Nicht lange nach dem Todedes theaterfeindlichen Herzogs Friedrich (ff 24. April 1785)ließ er in Bützvw auf einem Liebhaberthcater Jffland's„Jäger" und Grvßmann's „Nicht mehr als sechs Schüsseln"durch einige junge Damen und Herren aufführen (vgl.Bärensprung, Gesch. des Theaters in Mecklenburg, Schwerin,1387, S. 105).
Wenn der Obcrhauptmann nach den öffentlichen Pro-clamcn 1782 die Güter Rosscwitz, Levkendorf und Zehlen-dorf, ferner das Gut Subzin mit dem Dorfe Bresen undder Meierei Parpen und im I. 1783 die Güter Lantowund Kronskamp, welche das spätere Amt Rosscwitz bildeten,aus dem v. Viercgge'schcn Cvncurse, sowie 1780 das GutKatelbogcn kauft und auf seinen, als eines Käufers, AntragProelame erlassen wurden, so war dies in Beziehung aufseine Person nur ein Scheintauf, indem er in der That dieGüter für den Prinzen Friedrich Franz erwarb, welcherauch in den Staatskalcndern der nächsten Jahre als Besitzeraufgeführt wird.
Für einen Beweis des großen Vertrauens in seineFähigkeiten mag es gelten, daß er in den Jahren 1781bis 1789 zum zweiten herzoglichen L and tags-Com-missarius für die Landtage ernannt und am 2. Nov.1789 als „nunmehriger erster Landtags-Commissarius"durch den Titel eines Geheimen Raths geehrt ward.
Fortan hatte er außer seinen vielen Amtsgeschäftenauch noch sehr viele außerordentliche Aufträge und Com-missionen der Landesregierung in schwierigen Fällenauszuführen, von denen die zahlreichen Commissions-Actcnzeugen, welche später ins Staats-Archiv gekommen sind.
Seine überhäuften Geschäfte mochten seine GesundheitWohl stark angreifen. Er gebrauchte daher öfter eineBrunnenkur, z. B. in den Jahren 1790, 91 und 92 zuPhrmont.')
9 Anderweitiger früherer Reisen ist in dem Aufsätze beiv. Mnltznn a. n. O. ausführlich gedacht worden. Besuche bei Ver-wandten und Bekannten in Franken und den hannotierschcn Landengaben den Anlaß. Jedoch hat der rastlos thätige Mann dabei nicht